Jestetten (hüf) Im Jestetter Zipfel wird in den nächsten Tagen der Verkehr zunehmen. Grund dafür ist die Umleitung von Zügen, nachdem am vergangenen Samstag bei Bauarbeiten an einem Bahntunnel in der Nähe von Rastatt an einer Baustelle die Schienen der Rheintalbahn abgesackt waren. Hinzu kommt voraussichtlich der vermehrte Lastwagenverkehr durch die Unterbrechung der Bahnstrecke.

Zwei der drei von der Deutschen Bahn nun für Güterzüge eingerichteten Umleitungsstrecken führen über Singen a. H. nach Schaffhausen. Von dort aus werden die Züge dann durch den Jestetter Zipfel ihren Weg in Richtung Gotthard nehmen.

Der Güterbahnhof in Weil am Rhein bei Basel kurz nach Sperrung der Rheintalbahnstrecke am vergangenen Samstag. Bild: Hüfner

Die Rheintalstrecke verlassen sie bereits bei Bruchsal und werden in Plochingen entweder über Ulm nach Friedrichshafen nach Singen geleitet oder über Tübingen und Horb. Bei letzterer Strecke ist  teilweise der Einsatz von Diesellokomotiven erforderlich. Hinzu kommen Schwierigkeiten mit den Abmessungen der zu transportierenden Container.

Laut Schweizer Bahn (SBB) werde im Güterverkehr mit Hochdruck an einem Umleitungskonzept über Singen gearbeitet. Die benötigten Trassen- und Ressourcenkapazitäten seien jedoch stark eingeschränkt.

Beider SBB Cargo seien 60 Züge pro Tag bei der Übernahme in Basel von der Unterbrechung auf der Rheintalschiene betroffen, bei der SBB Cargo International an Spitzentagen zusätzlich rund 80 Züge pro Tag. In der Summe überquerten bislang rund 600 Züge in der Woche die Grenze bei Basel.

Laut DB sind in Spitzenzeiten zwischen Karlsruhe und Basel bis zu 200 Güterzüge täglich unterwegs, saisonal bedingt aktuell aber deutlich weniger. Insgesamt könne die DB ihren Kunden 200 Umleitungstrassen mit unterschiedlichen technischen Anforderungen anbieten.

Blick in Richtung Singen a. H. vom Bahnhof in Schaffhausen. Bild: Hüfner

Nach Auskunft der DB stauen sich die Güterzüge derzeit überall auf der Strecke von Rotterdam bis Genua. Bereits seit Mittwoch seien aber einige nach Singen geführt worden. Die Züge könnten an Werktagen rund um die Uhr fahren, was sich entsprechend auf den Regionalbahnverkehr auswirke.

Hinzu dürfte eine Zunahme des Lastwagenverkehrs kommen Neben den Umleitungsstrecken setzt die DB auch auf eine Verlagerung auf Binnenschiffe oder den Lkw.

Der Sprecher des Schweizer Bundesamtes für Verkehr, Gregor Saladin, erinnerte an den Felssturz im Bereich der Gotthardstrecke im Jahr 2012 Damals habe es rund 13 000 zusätzliche Lastwagen-Fahrten über die Alpen gegeben.

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