Waldshut-Tiengen (hüf) Deutschlandweit rief „Fridays for Future“ am Freitag zum Klimastreik auf. Auch in Waldshut-Tiengen gab es eine Aktion. Allerdings weniger einen Streik, sondern vielmehr eine Kundgebung vor dem Rathaus in der Kaiserstraße.

Einerseits wollte das Organisationsteam mit dem Veranstaltungstermin um 18 Uhr so Sanktionen für die beteiligten Schülerinnen und Schüler aus dem Weg gehen. Andererseits hatten damit auch Mama, Papa, Oma, Opa Gelegenheit, sich zu beteiligen.

Alle Generationen waren vertreten. Bild: Hüfner

Das Ergebnis dieser Vorgehensweise kann sich sehen lassen. Waren die Veranstalter bei der Anmeldung gegenüber der Genehmigungsbehörde noch von rund 300 Kundgebungsteilnehmern ausgegangen, dürfte gut die doppelte Anzahl dem Aufruf gefolgt sein.

Einträchtig standen dabei altgediente Aktivisten verschiedenster Umweltgruppen wie Nabu oder BUND, Politik-Zugpferde oder Lehrpersonal gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen vor der Rathaustreppe zusammen. Vom Kindergarten- bis hin zum Rentenalter reichte die Spanne.

Die Polizei zeigte nur geringe Präsenz und es gab keinerlei Zeichen, dass sie irgendwo hätte einschreiten müssen. Auch wenn die laut skandierte Forderung „Leute lasst das Glotzen sein, reiht euch in die Demo ein“ durch die Kaiserstraße schallte, hielten sich Passanten in der Einkaufsmeile vornehme zurück. Gemütlich in den Straßenlokalen sitzend, beobachteten einige das Geschehen, andere versuchten mit pikiertem Blick an der Kundgebung vorbeizuschlendern.

Sie stellten sich lieber vor die Foodtrucks und weideten sich an deren Angebot, als das Gratisobst und –gemüse vom Eulenhof zu probieren. Dass sie auch nichts von den Reden der Kundgebung mitbekamen, dafür sorgte ein DJ, der sich für die vom Handel organisierte Kür des „Shopping Kaiser 2019“ abmühte.

Livemusik gab es ebenfalls. Bild: Hüfner

Klimafreundlich leben, Ausstieg aus der Kohle, Veränderungen im privaten und im politischen Raum, Debatten anregen und sich informieren – so lauteten einige der Aufforderungen aus der Kundgebung. Weniger Fleisch verzehren, zu einem klimafreundlichen Stromanbieter wechseln, nachhaltig Reisen, Plastikvermeidung, Secondhand kaufen, Reparieren, eine umweltfreundliche Bank wählen – alles Tipps, die zu hören waren. Dazu gegen Ende die Aufforderung „seid stark, seid unbequem, tut was ihr könnt“.

Selbst wenn es nicht unbedingt ins Bild der Klimaleugner passt, aber nach Veranstaltungsende türmte sich kein Müll vor dem Rathaus. Selbst die Rückreise fiel zumeist klimaschonend mit dem öffentlichen Nahverkehr aus. Oder so, wie es eie ganze Reihe von Familien machten: mit dem Fahrrad.

 

Website Fridays for Future

 

Eindrücke von der Kundgebung

Alle Bilder: Manfred Hüfner

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