Region Klettgau (hüf) Im Kreis Waldshut starben im vergangenen Jahr fünf Menschen bei Unfällen im Straßenverkehr, vier davon mit dem Motorrad, einer mit dem Fahrrad. Im Jahr zuvor waren es noch 13 Menschen, die auf den Straßen der Region ihr Leben verloren. Das gab die Polizei am Montag in Freiburg bekannt.

Auch die Zahl der Unfälle ging im Berichtszeitraum leicht zurück. In der Statistik sind 3 283 Unfälle für das Jahr 2018 erfasst, vier Prozent weniger, als noch im Jahr zuvor. Sorge bereiten jedoch die stark angestiegenen Unfälle mit Motorrädern. 170 Unfälle zählte die Polizei, was eine Zunahme von über 40 Prozent bedeutet. Hier will die Polizei verstärkt ansetzen, um die Anzahl der Verletzten und Getöteten zu reduzieren.

Mehr Radfahrunfälle

Ebenso gab es bei den Radfahrern eine Zunahme auf 93 Unfälle, was einen Anstieg von über 30 Prozent bedeutet. Landesverkehrsminister Winfried Hermann erklärte mit Bezug auf die Veröffentlichung der aktuellen Zahlen, zusätzliche Präventionsmaßnahmen wie Pedelec-Training oder Schulwegsicherung für Kinder und Jugendliche würden ausgebaut.

 

Um die Verkehrssicherheit vor allem auch für Radfahrerinnen und Radfahrer weiter zu verbessern, fördert das Land den Ausbau von Radwegen und einer besseren Infrastruktur.

Zwei Drittel der getöteten Radfahrer trugen keinen Fahrradhelm. Die hartnäckige Weigerung vieler älterer Radler und mancher Aktivisten, keinen Helm zu tragen, macht mich angesichts dieser Zahlen fassungslos. Dickköpfigkeit wird beim Sturz den Helm nicht ersetzen können.

Landesverkehrsminister Winfried Hermann

 

Bei den Unfallursachen spielte im vergangenen Jahr zu geringer Abstand eine wichtige Rolle. Er nahm um über 50 Prozent zu. Weitere wichtige Unfallursachen sind im Kreis Waldshut rückläufig gewesen, so Geschwindigkeit mit minus 17,7 Prozent und Verkehrstüchtigkeit mit minus 10,9 Prozent. Außerdem war ein Rückgang der Unfälle mit Kindern um 41,4 Prozent und bei den Fußgängern um 28,3 Prozent zu verzeichnen.

Strategie steht fest

Die Polizei richtet auf Grund der jetzt veröffentlichten Statistik ihre Strategie entsprechend aus. Als Dauerschwerpunkt für die Verkehrsüberwachung im Polizeipräsidium Freiburg steht die Bekämpfung der Motorradunfälle im Mittelpunkt. Dazu kommen Geschwindigkeitsüberwachung, Sicherheitsgurt, Ablenkung durch Smartphones oder andere elektronische Geräte und die Verkehrstüchtigkeit.

Bei vielen Verkehrsunfällen lagen laut Polizei keine offensichtlichen Gründe für das Fehlverhalten vor. Deshalb sei anzunehmen, dass Ablenkung für den Unfall (mit-) ursächlich war. Gründe für die Ablenkung können vielschichtig sein. Neben dem Hauptphänomen der Benutzung eines Smartphones oder Handys kommt ebenso die Nutzung weiterer Medien (beispielsweise Radio, CD, MP3, Fernsehen) im Fahrzeug, der Navigationssysteme oder der Fahrassistenzsysteme als Ablenkungsgrund in Betracht. Natürlich kann eine Ablenkung auch durch Gespräche oder auf Rauchen zurückzuführen sein.

Motorräder im Visier

Insbesondere Motorradfahrerinnen und Motorradfahrer müssen auf den bei ihnen beliebten Strecken in der kommenden Saison mit der konsequenten Verfolgung von Verkehrsverstößen durch die Polizei rechnen, gerade an Wochenenden und zu solchen Uhrzeiten, an denen sich erfahrungsgemäß häufig Unfälle ereignen, warnt sie.

 

Gemeinsam mit allen Verkehrsteilnehmern möchten wir dem Ziel näher kommen, die Motorradsaison rücksichtsvoller und sicherer zu gestalten.

Leitender Polizeidirektor Uwe Oldenburg

 

 

Bei der Verkehrssicherheitsarbeit setzt das Polizeipräsidium Freiburg auch im laufenden Jahr wieder auf Prävention.

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