Gurtweil | Waldshut-Tiengen (hüf) Mit einem Schwertransport auf den Gleisen rollte diese Woche ein tonnenschwerer Transformator ins Umspannwerk nach Gurtweil. Für gut sechs Stunden war die Bahnstrecke zwischen Waldshut und Lauchringen deshalb komplett unterbrochen.

Gegen 23.15 Uhr am Montag rollte der außerplanmäßige Güterzug aus Richtung Basel durch den Waldshuter Bahnhof. Eine Diesellokomotive schleppte einen Werkstatt- und einen Güterwagen hinter sich her, ganz am Schluss den tonnenschweren Transformator auf zwei daran befestigten Drehgestellen. Der Zug stand dann für gut zwei Stunden in Lauchringen, während in Tiengen umfangreiche Arbeiten am Gleis im Gange waren.

Der Schienenschwertransport auf dem Weg nach Lauchringen. Bild: Hüfner

Zwar besitzt das Umspannwerk einen Gleisanschluss, der sich auf dem Gelände verzweigt, um die Anlieferung der schweren Geräte für die Stromversorgung zu ermöglichen. Das entsprechende Gleis der Stammlinie in Tiengen wurde jedoch vor Jahren ausgebaut.

Es lag unterhalb der Bahnüberführung vom Mowag-Kreisverkehr nach Gurtweil. Dort stand in der Nacht auf Dienstag ein Bautrupp bereit, der bei Kunstlicht einen vorübergehenden Abzweig auf das Werksgelände installierte.

Der fest verlegte Schienenstrang, auf dem üblicherweise die Züge auf der Hochrheinstrecke unterwegs sind, musste dafür auf Höhe der Weiche verlegt werden. Rund ein Dutzend Arbeiter durchtrennten die beiden Stahlschienen und verbanden sie fest mit dem Gleiszugang zum Umspannwerk.

Schließlich fuhr der komplette Schwertransport auf das Gelände des Netzbetreibers. Danach hieß es für den Bautrupp, die Schienen wieder zurück zu verlegen, so dass gegen fünf Uhr am Morgen der reguläre Bahnverkehr auf der Strecke wieder aufgenommen werden konnte. Das gleiche Prozedere spielte sich noch einmal in der Nacht von Donnerstag auf Freitag ab, als der ersetzte Transformator abgeholt wurde.

Umbauarbeiten am Gleiskörper am Abzweig zum Betriebsgelände. Bild: Hüfner

Der neu angelieferte Transformator ist laut Netzbetreiber Ersatz für den etwa 60-jährigen Vorgänger. Üblicherweise, so hieß es, hätten diese Geräte jedoch eine noch längere Laufzeit. In einigen Wochen dürfte sich das nächtliche Spektakel wiederholen, wenn ein weiterer Transformator nach Gurtweil geliefert wird.

Dabei handelt es sich nicht unbedingt um ein ungewöhnliches Ereignis für die Netzbetreiber. Auch im Raum Schwörstadt gab es vor wenigen Wochen eine ähnliche Aktion. Laut dem Polizeipräsidium Freiburg wurde dort der Transformator in Rheinfelden von der Schiene auf einen Schwertransporter umgeladen. Unter Polizeibegleitung erreichte dieser auf dem Straßenweg später seinen Bestimmungsort.

 

 

Video von unserem Redaktionsmitglied Gerry Klaus

 

Durchfahrt des Güterschwertransports im Bahnhof Waldshut. Links der Transformator. Bild: Hüfner

 

Der Abzweig von der Hauptstrecke zum Betriebsgelände mit fehlender Weiche. Bild: Hüfner

 

Die Befestigungen der Schrauben werden gelöst. Bild: Hüfner

 

Der Schienenstrang wird durchtrennt. Bild: Hüfner

 

Feinarbeiten, bevor die Schiene am abzweigenden Gleis befestigt werden kann. Bild: Hüfner
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