Region Klettgau (PM LRA WT | red) Alle Jahre wieder steigen zum 1. August Feuerwerk-Raketen in den Abendhimmel, knallen Böller und wird lautstark der Schweizer Nationalfeiertag begangen. Ganz ohne Einschränkungen wird er dieses Jahr wohl nicht auskommen, sorgt doch die anhaltende Trockenheit für erhebliche Brandgefahr. Die Nachtruhe einschränken müssen auch die Nachbarn auf der deutschen Seite des Rheins.

Das Landratsamt Waldshut teilt deshalb mit, dass es zum Feiertag eine Ausnahmegenehmigung für die Nutzung deutschen Luftraums vom Bundesverkehrsministerium gibt. Dazu heißt es, dass die „in der 220. Durchführungsverordnung zur Luftverkehrsordnung veröffentlichten Beschränkungen (Sperrzeiten) für An- und Abflüge des Flughafens Zürich hinsichtlich der Nutzung des deutschen Luftraumes ausgesetzt werden.“ Den Antrag dafür stellte das Schweizerischen Bundesamt für Zivilluftfahrt. Als Grund führt es an, dass Feuerwerkskörper die sicheren An- und Abflüge auf die anderen Betriebspisten gefährden würden.

Was das konkret bedeutet, erklärt das Landratsamt auf Nachfrage von Hierzuland.Info wie folgt: „Mit der für den 1. August gewährten Ausnahme kann an diesem Abend und in der Nacht von Norden auf die Pisten 14 und 16 gelandet werden.“

Die 220. DVO legt fest, dass deutsches Hoheitsgebiet zwischen 21:00 Uhr und 07:00 Uhr von Montag bis Freitag sowie zwischen 20:00 Uhr und 09:00 Uhr am Samstag und Sonntag und an baden-württembergischen Feiertagen nicht unter Flugfläche 120 (FL120 = ca. 12‘000 Fuss = ca. 3‘700 m ü. M.) überflogen werden darf. Da beim Nordanflug deutsches Hoheitsgebiet bis auf eine Höhe von ca. 4‘000 Fuss überflogen wird, kann während den oben genannten Zeiten nicht von Norden auf Piste 14 oder Piste 16 gelandet werden. Gleichzeitig bedeutet dies aber auch,  dass während der Sperrzeiten deutsches Staatsgebiet oberhalb Flugfläche 120 überflogen werden darf.

Stellt sich die Frage, warum am 1. August eine Ausnahmereglung gelten soll, wenn an Silvester ebenfalls Feuerwerk-Raketen aufsteigen. Dazu erklärt die Kreisbehörde, dass zum Jahreswechsel nur privat Feuerwerkskörper verschossen würden. Demgegenüber seien es am schweizerischen Nationalfeiertag Profis, die den Feuerzauber veranstalten und die erreichen Höhen, die möglicherweise den Flugverkehr gefährden könnten.

Ob die Feuerwerke 2018 überhaupt so gewaltig wie in früheren Jahren ausfallen, ist kurz vor den 1.-August-Feiern noch offen. Im Wallis und in Graubünden wurden bereits Verbote verhängt. Die Stadt Chur stornierte sogar das offizielle bunte Gekrache. Wie es in den Kantonen Schaffhausen und Zürich gehandhabt wird, ist bis jetzt noch offen. Wegen der anhaltenden Trockenheit und der damit verbundenen Brandgefahr gab es jedenfalls schon offizielle Warnungen. (Hierzuland.Info berichtete)

 

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