Baltersweil (hüf) Im Dettighofer Ortsteil Baltersweil brannte am Morgen gegen 7 Uhr ein früheres landwirtschaftliches Anwesen. Während der ehemalige Ökonomieteil ein Raub der Flammen wurde, blieb das angebaute Wohnhaus weitgehend intakt. Personen wurden bei dem Brand keine verletzt. Im Einsatz waren über einhundert Rettungskräfte aus der ganzen Region, um den Brand unter Kontrolle zu bekommen. Zuletzt hatte am 8. Mai ein Aussiedlerhof am Ortsrand von Baltersweil gebrannt.

Nach Angaben von Polizei-Pressesprecher Mathias Albicker, war der Brand kurz vor Mittag gelöscht, so dass die Nachlöscharbeiten beginnen konnten. Nach Schätzungen der Brandermittler, die am Mittag das Gebäude in Augenschein nahmen, soll sich der Schaden auf 100 000 bis 150 000 Euro belaufen. In ersten Meldungen war noch von 300 000 Euro die Rede, was aber deutlich zu hoch gegriffen war, stellte die Polizei am Nachmittag klar.

Das Feuer wurde kurz nach 7 Uhr von einer Bewohnerin entdeckt. Auch ein Bauarbeiter, der auf dem Weg zum letzten Brandobjekt war, sah die Flammen aus dem Dachstuhl lodern. Der Arbeiter und die Bewohnerin brachen die Türe im Erdgeschoss auf, um die dort schlafende 90-jährige Frau aus dem Gebäude zu holen, die später bei Verwandten in der Nachbarschaft unterkam.

Für die anrückende Feuerwehr standen zwei Hydranten als Löschwasserversorgung zur Verfügung. Zeitweise gab es zu wenig Waserdruck für die Löscharbeiten. Eine große Hilfe stellte ein Reservoir der früheren Kläranlage des Ortes dar, das rund 60 Kubikmeter fasst, wie der frühere Bürgermeister von Dettighofen, Gerhard Riedmüller gegenüber Hierzuland.Info berichtete. Landwirte aus dem Ort fuhren mit Tankbehältern vor, um Löschwasser nachzufüllen. Ebenso war ein Tankfahrzeug der Feuerwehr Waldshut-Tiengen als Reserve aufgeboten worden.

Die Rauchwolke war gegen 7.30 Uhr auch über Jestetten zu sehen. Bild: Privat

Von zwei Drehleitern aus Klettgau und Jestetten wurde der Brand in dem verwinkelten Bereich von oben bekämpft. Später gab es zusätzliche Löschangriffe aus den Fenstern des Wohngebäudes. Zudem räumte die Feuerwehr einen Teil einer weiteren Scheune aus, um sich so Zugang zum rückwärtigen Bereich zu schaffen.

Neben der FFW Dettighofen waren unter anderem die Klettgauer und Jestetter Wehr im Einsatz. Unterstützung kam zudem aus Lottstetten, Lauchringen und Waldshut-Tiengen. Kreisbrandmeister Dominik Rotzinger, Dettighofens Bürgermeisterin Marion Frei, Polizei und Zoll waren ebenso anwesend, wie Technisches Hilfswerk und Rotes Kreuz, das sich unter anderem um die Versorgung der Hilfskräfte mit Trinken und Essen kümmerte. Vor Ort waren auch der Einsatzleitwagen des Landkreis und der Fernmeldetrupp mit seiner Drohne, die für Übersichtsbilder der Brandstelle genutzt wurde. Später traf noch Bezirksbrandmeister Adrian Wibel vom Regierungspräsidium Freiburg ein.

Der Eigentümer des Wohngebäudes sprach gegenüber Hierzuland.Info von „Glück im Unglück, solange das Haus noch halbwegs bewohnbar ist.“ Er hatte vor 18 Jahre einen Teil seines Elternhauses ausgebaut und war auf dem Weg zu seiner Arbeitsstelle in der Schweiz über das Feuer informiert worden. Auf dem Rückweg sei bereits bei Bülach der Brandrauch am Himmel zu sehen gewesen. Seine Tochter, die in Jestetten zu Schule geht, bekam sehr rasch über ein soziales Netzwerk von dem Unglück mit. Ihr Rektor brachte sie und eine Freundin als Begleitung zum Brandort und ihren Eltern.

Das den Flammen zum Opfer gefallene Gebäudeteil habe keinem Einheimischen gehört. Vor dem Brand sei dieser gut acht Jahre leer gestanden. Der alte Anbau mit ehemaligem Stall und Scheune diente zur Lagerung von Holz und Autos zum Restaurieren.

 

Hier gibt es weitere Informationen: Keine Anzeichen für Brandstiftung

 

 

Video von den Löscharbeiten

 

 

Bilder vom Einsatz