Region Klettgau (PM | red) Am frühen Mittwochmorgen fuhr ein „Seehaas“ zwischen Singen a.H. und Engen in eine Schafherde. Eine Reihe von Zügen wurde deshalb angehalten, so dass Störungen im Bahnverkehr der Region entstanden.

49 Tiere kamen bei dem Zusammenstoß ums Leben. Im Zug saßen zum Unfallzeitpunkt vier Fahrgäste, von denen niemand verletzt wurde. Auch der Lokführer blieb unverletzt, wie die Bundespolizei mitteilt.

Der Zug der SBB Deutschland befand sich auf der Fahrt von Singen a.H. nach Engen. Der Unfall ereignete sich in der Nähe des Haltepunktes Landesgartenschau. Die Bahnstrecke war in der Folge bis kurz nach 6 Uhr komplett gesperrt.

Nach bisherigen Erkenntnissen hatte der Großteil der Gesamtherde von 450 Tieren in der Nacht sein mit einem Elektrozaun gesichertes Weidegelände verlassen. Viele der Tiere begaben sich auf die Gleise der nahe der Weide gelegenen Bahnstrecke.

Der Lokführer leitete zwar noch eine Schnellbremsung ein, konnte die Kollision mit zahlreichen Schafen aber letztlich nicht mehr verhindern. Der sofort alarmierte Schäfer kümmerte sich vor Ort um seine entlaufenen Tiere. Durch die Tierrettung Südbaden wurden die getöteten Schafe bis 9.30 Uhr geborgen. An der Lok entstand Sachschaden. Die endgültige Schadenhöhe – auch durch den Verlust der Tiere – wird derzeit noch ermittelt.

Wie die Schafe ihr Weidegelände verlassen konnten, ermittelt nun die Bundespolizei. Hinweise nimmt sie telefonisch unter der Rufnummer 07531 | 1288-0 oder der kostenfreien Hotline unter 0800 6 888 000 entgegen.

Der Unfall mit der Schafherde erinnert an ein ähnliches Ereignis, das sich Ende Februar 2004 bei Geißlingen zutrug. Bei dem Zusammenstoß auf offenem Feld wurden damals etwa 40 Tiere getötet und der Triebwagen beschädigt. In dem Zug, der von Waldshut kommend in Richtung Singen unterwegs war, saßen über 50 Reisende mehr als eineinhalb Stunden lang fest.

Schafe am Bahndamm sind bei der DB mittlerweile auch an anderem Ort ein Thema. Im Raum Basel beweiden sie seit kurzem einen Bahndamm. In der Gemeinde Riehen setzt sie die Deutsche Bahn inzwischen als Rasenmäher ein. Hier sind rund 20 Waliser Landschafe damit beschäftigt, die Bahnböschungen von Gras und Sträuchern zu befreien. Sie und die Ziegen werden ausschließlich für die Landschaftspflege verwendet.

Der Einsatz von Schafen bei der Bahn als Landschaftspfleger ist eines von über einhundert Umweltprojekten, die die Deutsche Bahn unter dem Dach „Das ist grün“ zusammengefasst hat.

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