Klettgau (hüf) Es ist ein offenes Geheimnis im östlichen Landkreis Waldshut: Um die Biogasanlagen der Region breitet sich derzeit eine Schneckenart aus, die nicht im Biologiebuch zu finden ist. Mehr noch. Es handelt sich aller Wahrscheinlichkeit nach um eine Mutation.

Es finden sich immer wieder ungewöhnliche Schneckenformen auf den Wiesen, die in der Nähe von Biogasanlagen liegen. Es handelt sich dabei vornehmlich um Weiden, die für die Silage von Winterfutter genutzt werden.

Franz Indlekofer, der in Geißlingen einen Hof mit rund 40 Milchkühen bewirtschaftet, war einer der Ersten, die auf diese Schneckenart aufmerksam wurde. »Ich war dabei, die Auswirkungen des Winters zu besichtigen, da lag im Feld ein Schneckenhaus“. Was ihn irritierte, war das Aussehen. Die gewöhnliche Windung verdoppelte sich und dennoch ragte nur ein einziger heller Schneckenkörper daraus hervor.

Als Indlekofer noch eine weitere Mutation im Nachbarfeld, es handelte sich um Maisanbau für eine Biogasanlage, fand, dachte er sich noch nichts dabei. In den folgenden Tagen entdeckte er hinter seinem Stall jedoch ein leeres Gehäuse, das ebenfalls diese Doppelwindung aufwies. Gespräche mit Kollegen brachten weitere Funde dieser seltsamen Verwachsung ans Tageslicht. »Es scheint, als wäre nur ein Streifen entlang des Kotbachs bis in die Schweiz hinein davon betroffen«, ist von Indlekofer zu hören.

Dabei ist es nicht geblieben. Umfragen von Hierzuland.Info bei weiteren Landwirten erbrachte das Ergebnis, dass schon im letzten Jahr vereinzelt Schneckengehäuse aufgefallen sind, deren Oberfläche eine kalkartige sandähnliche Struktur aufwiesen.

Peter Schilling, der seit über einem Jahrzehnt in der Region Klettgau Kartierungen und Bestandsaufnahmen der Schutzgebiete für die Behörden vornimmt, sind diese Beobachtungen bekannt. Er selbst hat bis heute noch kein Exemplar gefunden. Für ihn sind diese Beobachtungen »frei erfundene Possen von selbsternannten Naturschützern«.

Friedbert Baumgartner, selbst Nachbar einer Biogasanlage, hält dagegen: »Die Behörden und auch die Betreiber verschweigen die Gefahren«. »Wenn es nicht damit zusammen hängt, dann muss es die unterschwellige Radioaktivität sein, die aus den benachbarten Schweizer AKWs entweicht«. Fakt ist auf jeden Fall, dass sich bis heute keine Institution des Landes oder des Landkreis mit den Auffälligkeiten der Schneckenpopulation befassen wollte.

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