Birndorf (hüf) Im Albbrucker Ortsteil Birndorf ist am Samstagmorgen eine komplette Trafostation in Schieflage geraten. Um die Anwohner vor Stromschlag zu schützen, wurde der Strom abgestellt. Ein Großaufgebot von Rettungskräften, darunter zwei Züge des Technischen Hilfswerks (THW), unterstützten den Netzbetreiber bei der Schadensbehebung. Die dauerte bis in die Abendstunden. Personen wurden keine verletzt, dafür entstand Sachschaden, der sich schnell im sechsstelligen Bereich bewegen könnte. Die Trafostation musste abgebrochen werden.

Mögliche Ursache für den Unfall waren Bauarbeiten an dem mindestens 60 Jahre alten Gebäude. Mit Drainagen sollte das Kellergeschoss trockengelegt werden. Dazu hatte ein Bauunternehmen Gräben im Fundamentbereich ausgehoben. Hans-Dieter Meyer, Abteilungsleiter Netzbetrieb beim Energiedienst-Netze, berichtete, bereits bei Eintreffen der Bauarbeiter am Samstag gegen 7 Uhr sei die Trafostation in Bewegung gewesen. Daraufhin sei der Netzbetreiber informiert worden, der das dafür vorgesehene Prozedere in Gang setzte.

Aus mehreren Ortsteilen von Albbruck rückte Feuerwehr an, Rotes Kreuz, Polizei und Beschäftigte des Energiediensts mit zwölf Personen fanden sich ein. Die ausführende Baufirma hatte zehn Beschäftigte vor Ort. Da sich in Transformatoren Öl befindet, kamen noch zwei Mitarbeiter der Umweltbehörde aus dem Landratsamt Waldshut nach Birndorf. Dazu standen 35 Männer des THW aus Laufenburg und Waldshut-Tiengen im Einsatz.

Weil die beiden 20-Kilovolt-Leitungen, die zur Trafostation führen, zu reißen drohten, entschied der Netzbetreiber gegen 10 Uhr, sie abzustellen. Damit war nicht nur Birndorf, sondern auch umliegende Orte von der Stromversorgung abgeschnitten. Die konnte teilweise mit Hilfe von mehreren Notstromgeneratoren in der Mittagszeit wieder aufgenommen werden. Laut Meyer blieben aber etwa 60 bis 70 Gebäude im westlichen Bereich, den die Trafostation versorgt, den ganzen Tag über während der Arbeiten ohne Strom. Betroffen war auch ein Industriebetrieb, in dem jedoch an Samstagen nicht gearbeitet wird, hieß es.

Für das THW, so der Ortsbeauftragte Tobias Roming aus Laufenburg, kam der Alarm gegen 8.30 Uhr, der zunächst lautete, das Gebäude abzustützen. Später kam noch die Aufgabe dazu, den vorbeiführenden Bach umzuleiten, um eine mögliche Umweltgefährdung durch eventuell auslaufendes Trafoöl auszuschließen. Dies war jedoch nicht nötig. Zudem kümmerte sich das THW um die Straßensperrung und informierte die Anwohner. Diese waren aufgefordert worden, ihre Häuser nicht zu verlassen, da die Freileitungen am Trafogebäude unter Zug standen, bevor sie abgetrennt werden konnten. Eine weitere Aufgabe war später nach Abtransport des Trafos das Gebäude gegen Eindringen zu sichern.

Als ein Bagger die Mauern des Gebäudes bis auf den eigentlichen Raum mit Trafo und Schaltanlagen abgetragen hatte, begannen die Vorbereitungen für den Wiederanschluss der verschiedenen Erdkabel, die zur und von der Trafostation weg führen. Dazu war es erforderlich, diese freizulegen und auf Schäden durch die Bewegungen im Fundamentbereich zu prüfen. Erst dann konnten die Techniker sich um die Reparatur der Stromverteilung kümmern.

Das Provisorium soll so bald wie möglich durch eine neue Trafostation ersetzt werden. Voraussichtlich am Montag werden erste Gespräche beim Netzbetreiber Energiedienst stattfinden. Fest steht, dass die Station in der bisherigen Form nicht mehr aufgebaut wird. Im Gespräch ist eine rund zwei auf drei Meter große Anlage. Hier sind aber die technischen Details noch offen.

Für die Anwohner war die stromlose Zeit teilweise eine harte Geduldprobe. Abgesehen vom gewohnten Kaffee aus der Maschine fielen auch Heizanlagen aus. Wer konnte, feuerte seinen Holzofen an. Zudem führte das örtliche Gasthaus seinen Betrieb am Mittag weiter. Dennoch wurden einige vom Stromausfall betroffene Anwohner unruhig und fanden sich an der Baustelle ein, um sich über den Fortgang der Arbeiten zu informieren. Gegen 18.30 hatte dann das letzte Haus wieder Strom, so die Störungsstelle des Energiedienstes.

 

Bilder vom Einsatz

Alle Aufnahmen: Manfred Hüfner

 

Abbrucharbeiten an der Trafostation

 

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