Jestetten (hüf) In der Schaffhauser Straße in Jestetten brannte am Dienstag in den frühen Morgenstunden ein dreistöckiges Gebäude, in dem auch ein Lokal untergebracht ist. Neun Bewohner mussten von der Feuerwehr gerettet werden, vier davon wurden mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus nach Waldshut gebracht, so die Information der Polizei. Sie konnten nach ärztlicher Behandlung mittlerweile wieder entlassen werden.

Der Alarm für die Rettungskräfte kam um 5.20 Uhr. Im Einsatz waren rund 130 Personen, neben der Gesamtfeuerwehr Jestetten, die Feuerwehren Lottstetten, Klettgau, Neuhausen am Rheinfall (Schweiz), Waldshut mit dem Multicopter und der DRK-Notarztwagen aus Dettighofen sowie die DRK-Ortsvereine Hohentengen, Klettgau, Jestetten und die DRK-Kreisbereitschaftsleitung.

Die Polizei hat die ersten Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Unklar ist bislang auch die Schadenshöhe, die sich auf jeden Fall im sechsstelligen Bereich bewegt.

Laut Kommandant Holger Jörns entdeckte ein vorbeikommender Autofahrer, der selbst in der Feuerwehr tätig ist, den Brand. Beim Eintreffen der ersten Rettungskräfte hätten Flammen im hinteren Hofbereich, in dem sich auch Fahrzeuge befanden, gegen die Gebäudewand geschlagen.

Auf einem Flachdach standen fünf Personen, vier hielten sich im Haus auf und eine Person habe Löschversuche mit einem Gartenschlauch unternommen, so Jörns. Im mittleren und oberen Geschoss sei bereits Rauch aus offenen Fenstern gedrungen. Vorsorglich wurde auch das angebaute Nachbarhaus geräumt, da es durch den Brand ebenfalls leicht verraucht wurde.

Neun Personen wurden durch den Brand in diesem Gebäude obdachlos. Bild: Hüfner

Die Feuerwehr war einerseits damit beschäftigt, die Personen zu retten, andererseits begann sie mit dem Löschangriff im Küchenbereich, der inzwischen Feuer gefangen hatte. Gut eine Stunde nach dem Eintreffen der ersten Kräfte sei das Feuer unter Kontrolle gewesen. Danch konzentrierten sich die Löscharbeiten auf die Zwischendecke über dem Küchenbereich, in der sich noch Glutnester befanden.

Starke Behinderungen musste der Durchgangsverkehr hinnehmen. Während dem Einsatz sperrte die Feuerwehr einen Teil der Schaffhauser Straße für vier Stunden und die Verkehrsteilnehmer mussten sich ihren Weg durch den Ort selbst suchen. Durch den Feiertag entfiel hingegen der übliche Einkaufstourismus.

Wie es für die durch den Brand obdachlos gewordenen Bewohnerinnen und Bewohner weiter geht, ist noch offen. Sie fanden provisorisch Unterkunft in Ferienwohnungen, die die Gemeinde vermittelte. Sie hatten kurz Gelegenheit, einige persönliche Gegenstände aus dem Gebäude zu holen.

 

Eindrücke von den Löscharbeiten

Alle Bilder: Freiwillige Feuerwehr Jestetten

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