Altenburg (hüf) Seit Donnerstag sind auf dem Rhein bei Altenburg nicht mehr so viele Weidlingsboote unterwegs. Der Grund dafür ist wenig erfreulich. Am „Keltensteg“ des Weidlingclubs wurden insgesamt sieben Bootsmotoren gestohlen. (Siehe auch hier)

Der Vorsitzende des Vereins, Achim Wipf, ist sichtlich betroffen. Es sei das erste Mal, dass hier solch ein Diebstahl passiere. Bislang kannte der Verein solche Meldungen nur von Bootsliegeplätzen in der Umgebung oder am Bodensee.

Entdeckt wurde das Fehlen der Motoren von einem Vereinsmitglied, das am Donnerstagmorgen mit seinem Hund die Strecke am Rhein lief. Ihm sei aufgefallen, dass die Abdeckplanen nicht mehr ordentlich auf Booten lagen. Teilweise seien sie beschädigt gewesen. Schäden an Kabeln hinterließen die Diebe ebenso. Schließlich wurde auch festgestellt, dass ein Boot wohl zur Demontage oder dem Transport der Motoren eingesetzt war.

Der Diebstahl brauchte auf jeden Fall einige Zeit, denn die Außenborder lassen sich nur mit Werkzeug und erheblichem Kraftaufwand entfernen. Zum Abtransport kam dann wohl ein größeres Fahrzeug zum Einsatz. Zum Wenden wurde wohl das Tor zur Zufahrt der nahegelegenen Fischzucht aufgebrochen. Das würden die vorgefundenen Spuren vermuten lassen.

Bei den betroffenen Bootsbesitzern hinterlasse der ungebetene nächtliche Besuch ein ungutes Gefühl. Allerdings werden sie das Bootsfahren sicher nicht sein lassen, versichert Wipf. Von Überwachungskameras bis hin zu aufwändigem Diebstahlschutz werde derzeit alles diskutiert.

Ärgerlich sei vor allem der „Papierkram“. Außer dem Strafantrag bei der Polizei müsse ein Protokoll bei der Versicherung eingereicht werden und dann das weitere Prozedere abgewartet werden. Ob tatsächlich alle Bootsmotoren versichert waren, ist dem Vereinsvorsitzenden nicht bekannt. Hier verhalte es sich wie bei einem Auto. Jeder Eigentümer müsse selbst entscheiden, ob er eine entsprechende Versicherung abschließe.

Unklar sei, was mit den gestohlenen Booten geschehe. In Deutschland und ebenso in den umliegenden Ländern würden die Motornummern in den Zulassungspapieren eingetragen, so dass es auffalle, wenn es sich um Diebesgut handle. Für Stirnrunzeln sorgt auch der Umstand, dass sich ein PS-schwacher Motor unter den gestohlenen Außenbordern befand.

Für den Verein ändere sich nichts, meint Wipf: „Man will wegen dem nicht aufhören Boot zu fahren.“ Die einzige Frage, die sich vielleicht stelle sei die, ob man neue Ruder oder doch wieder einen Motor kaufe.

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