Weisweil (PM Pol WT | red) Im Klettgauer Ortsteil Weisweil kam am Dienstag beim Aufräumen in einem Keller eine Handgrante zum Vorschein. Der alarmierte Kampfmittelbeseitigungsdienst der Polizei konnte Entwarnung geben: An der Handgranate fehlte bereits der Zünder.

Wie die Polizei mitteilt, wurde ihr der Fund am Dienstag gegen 18.30 Uhr gemeldet. „Ein Mann teilte mit, dass man beim Aufräumen eine Handgranate gefunden habe“, heißt es in der Medienmitteilung.

Als erstes sicherten Beamte den Fundort und alarmierten den Kampfmittelbeseitigungsdienst. Als der eintraf, sah er sich das Fundstück erst einmal an und stellte fest, dass es sich um eine Splitterhandgranate aus dem 1. Weltkrieg handelte. Da der Zünder fehlte, bestand keine konkrete Gefahr. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst nahm schließlich die Granate mit, um sie gänzlich unschädlich zu machen.

Weltkriegsmunition und andere tödliche Kriegshinterlassenschaften gefährden noch immer Menschenleben, da auch über 70 Jahre nach Ende des 2. Weltkriegs. Sie nimmt sogar zu. Die Verrottung von Zündersicherungen, die Auskristallisation von Sprengstoffen und die Reaktion mit ihren Metallumhüllungen machen sie von Jahr zu Jahr gefährlicher.

Ein weiterer Aspekt ist, dass viele Armeeangehörige seinerzeit auf der Flucht Munition der verschiedensten Kaliber, Patronen, Granaten und Panzerfäuste vor den alliierten Truppen ungeordnet loszuwerden versuchten. Die Munition wurde in Depots oder auf Sammelplätzen – vielfach nur lose aufgehäuft – gesprengt, in Bombentrichtern vergraben, auf dem Grund von Gewässern versenkt oder einfach planlos weggeworfen. Bei Sprengversuchen war dabei der größte Teil der gefährlichen Munition ohne zu detonieren in weitem Umkreis um die Sprengstelle verstreut oder im Sprengtrichter von der Druckwelle in die Erde gepresst worden. Auch ein Teil der abgeworfenen Fliegerbomben fielen als Blindgänger und wurden während der Kriegswirren nicht entschärft und geborgen.

Wer auf seinem Grundstück Kampfmittel vermutet oder findet, muss in Baden-Württemberg für eine sachgemäße Beseitigung sorgen. Grundsätzlich entstehen dabei für den Grundstückseigentümer keine Kosten für die Entschärfung, den Abtransport und die Vernichtung.

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