Die Vorfreude hat ein Ende. Gestern zeigten sich die Narren wieder in Jestetten. Bild: Hüfner
Die Vorfreude hat ein Ende. Gestern zeigten sich die Narren wieder in Jestetten. Bild: Hüfner

Jestetten (hüf) Die Kälte war es, die sich am Montag bei der „Begrüßung der fünften Jahreszeit“ in Jestetten bemerkbar machte.

Drei Grad Plus zeigte das Thermometer gerade noch, als die Guggenmusik „Rettestej“ vom Homberg aus laut schmetternd gen Rathaus zog. Dort tummelten sich die vielen Cliquen des Narrenvereins im Häs. Sichtlich entspannt, denn noch herrscht gähnende Leere in den Terminkalendern. Jedenfalls in Bezug auf Veranstaltungen.

Hinter den Kulissen rattert schon manche Nähmaschine, werden die Ohren gespitzt, um Ereignisse aus dem Dorfgeschehen aufzuschnappen, die dann in der Narrenzeitung einem breiteren Publikum in närrischer Manier bekannt gegeben werden können. Die seien in diesem Jahr noch äußerst spärlich, war zumindest an einer äußerst gut informierten Stelle zu erfahren.

Unterm Rathausdach wehte Bratwurstduft, bildeten sich kleinere Schlangen vor dem Verkaufsstand, denn in Jestetten gehört die „Düfelsbratwurst“ mit zum 11.11. Das jedenfalls erklärte ein Eingeweihter aus dem engeren Vorstand. Und auch, dass es sich bei dem dazu gereichten Brot ebenfalls um eine private Leckerei handle, die ansonsten nirgendwo erhältlich sei.

Für die gut einhundert Anwesenden spielte das keine Rolle. Manche waren samt Kindern vom Martinsumzug aus direkt zum Wurstessen weiter gezogen. Belohnt wurden sie da von der Guggenmusik, die aber in diesem Jahr zwar wieder sehr motiviert, aber doch wenig ausdauernd wirkte.

Warum die überaus koordinierte Fasnachtsmusik so schnell ein Ende fand, hat eine erklärliche Ursache. Hinter den Musikerinnen und Musikern unterschiedlichsten Alters lag ein ausgedehntes Probenwochenende in einem eidgenössischen Pfadfinderheim.

„Die haben sich dort dicke Lippen geholt“, war ein witziger Kommentar mit realem Hintergrund. Nicht nur der Jugend wurde beigebracht, dass Disharmonie mit Ansage abzulaufen hat. Selbst ältere Semester wurden an ihre Grenzen heran geführt.

Entsprechend brav lief das ganze Ereignis ab. Gegen 22 Uhr war die Ruhe ins Zentrum von Jestetten eingekehrt, schien es so, als sei der 11.11. eher eine Illusion der Narren gewesen, die zumindest in Jestetten erst im Januar loslegen werden. Dann geht es in den Wilden Osten der Republik zum Besuch bei einem befreundeten Verein in Nienburg. Hinterher wartet das Narrentreffen in Erzingen und dann – wer sonst – der Schmutzige Dunschdig.

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© alle Bilder: Manfred Hüfner

 

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