fbt am sonntach
Timms Kopf ist mützenfrei. Meistens jedenfalls. Bild: fbt

Von Frank Berno Timm

Region Klettgau | Sie sind überall: Mützenmänner. Sie tragen die gestrickten, immer zu groß, gewollt unexakt über den Kopf gezogen. Dann wieder sind es schwarze Schieberdeckel, manchmal leicht aufgebläht, exakt gerade, ein bisschen ins unrasierte Gesicht geschoben. So, als wollten sie der darbenden Bekleidungsindustrie ein tägliches Werbeloblied darbringen.

Wäre es der tägliche Ungehorsam des kleinen Mannes, die bemützte Alltagsrevoluzzerei – niemand machte sich darüber Gedanken. Wenn es sich aber paart mit Ignoranz, mit Dummheit, und – noch schlimmer – mit weiteren Alltagsunsitten, sind die Fragen aufgeworfen.

Niemand kann ernsthaft gleichzeitig an der Marktkasse bezahlen und sich zur selben Zeit dem Menschen am anderen Ende des Smartphones widmen, auch nicht, wenn er eine Mütze aufhat: Eins davon geht schief.

Ärger wird es, wenn die scheinbare Aufmuckerei sich in blöder Ignoranz ausdrückt: Neuerdings scheint sich die vielbeschworene Säkularisierung unserer Gesellschaft darin auszudrücken, dass Männer in der Kirche ihre Mützen aufbehalten. Ausdruck fehlender Empathie? Zeichen verlorengegangener Religiosität?

Mode, das kann jeder begreifen, kann eine schöne Sache sein. Wenn man sich herausgreift, was zu einem passt, sich schmückt und feiert. Aber bitte nicht mit abgeschaltetem Kopf.

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