Ab 1. Januar wird der Strom in Jestetten günstiger. Das beschloss jetzt der Gemeinderat. Bild: Hüfner
Ab 1. Januar wird der Strom in Jestetten günstiger. Das beschloss jetzt der Gemeinderat. Bild: Hüfner

Jestetten (hüf) In Jestetten sinken die Strompreise im kommenden Jahr für die Privatkunden um rund einen halben Cent je Kilowattstunde.

Sondervertragskunden, also Unternehmen, bekommen den Strom sogar um 0,7 Cent billiger. Einzig im Bereich der Zweitarifzähler wird es bei einigen Abnehmern zu einer Preiserhöhung kommen.

Möglich wird dies, weil an der Strombörse die Einkaufspreise schon lange sinken. 2014 bekommen die Gemeindewerke die Kilowattstunde 0,68 Cent günstiger, als noch dieses Jahr. Die Einsparungen machen laut Bürgermeisterin Ira Sattler rund 94 000 Euro aus.

Sattler nennt „Harmonisierung“ als Grund für Erhöhung

Eigentlich hatte sie vor, einen Großteil davon für die Verwaltung zu verwenden. Anwälte, Ingenieure und Computersoftware sollten damit bezahlt werden. Als weiteres Argument nannte sie die „Harmonisierung“ mit den Tarifen der benachbarten Elektrizitätsversorger Lottstetten, Dettighofen, Hohentengen und Klettgau, mit denen ein Zusammenschluss vorbereitet wird.

Im Bereich der Zählermiete sei dies beispielsweise bereits erreicht, nun solle das beim Arbeitspreis auch erfolgen, erläuterte Sattler.

Der einst als „Nachtstrom“ eingeführten Trennung in Hoch- beziehungsweise Niedertarif wird von ihr keine Zukunft eingeräumt. Mit einer Preiserhöhung von 1,3 Cent je Kilowattstunde wollte Sattler Mehreinnahmen von 30 800 Euro erzielen, die dann zur Entlastung der Sondervertragskunden genutzt worden wären. Insgesamt gibt es 19 davon in der Gemeinde.

Da verdienen wir unser Geld,

bekräftigte Sattler und verwies auf die Arbeitsplätze in und die Gewerbesteuereinnahmen von diesen Unternehmen.

„Kurz und knapp: Wir sind nicht die Besten, wir sind gut, wir müssen uns nicht verstecken“, meinte Sattler über die Gemeindewerke Jestetten am Ende ihrer Ausführungen.

Lothar Altenburger für Strompreissenkung

Die Beratungen verliefen dann allerdings sehr kontrovers. Lothar Altenburger forderte, dass die Gemeinde die günstigeren Einkaufspreise für den Strom an die Kunden weiter geben muss.

Unterstützung kam nicht nur aus der Reihen der eigenen Fraktion der CDU. Ebenso sprachen sich Mitglieder der SPD für eine Strompreissenkung aus. Das Abstimmungsergebnis sah dann so aus: Acht Ratsmitglieder für die Strompreiserhöhung, acht dagegen, zwei Enthaltungen.

Kompromissvorschlag findet Zustimmung

Da damit der Verwaltungsvorschlag abgelehnt worden war, formulierte Altenburger einen neuen Antrag: Die 94 000 Euro Einsparungen sollten an alle Kunden weiter gegeben werden, also der Strompreis um einen halben Cent sinken.

Für die Zweitarifzähler-Kunden beantragte er eine Preiserhöhung um 1,3 Cent, allerdings dann ebenfalls um den halben Cent reduziert, so dass hier eine Erhöhung von effektiv 0,8 Cent erfolgt. Ausgenommen davon bleiben Nachtspeizerheizungen und Wärmepumpen. Die Sondervertragskunden werden um 0,7 Prozent entlastet.

Bei sechs Enthaltungen und zwölf Ja-Stimmen votierte der Gemeinderat für diesen Antrag.

 

  • Fakten zur Stromversorgung in Jestetten:

Stromnetzlänge: 86 Kilometer (nur unterirdisch)

Abnehmer (2012): 1 467

Abnahmemenge (2012): 16 Millionen Kilowattstunden

Anteil Atomstrom (2012): 73 Prozent, entsprechend 8,2 Tonnen Atommüll

Einspeisung Erneuerbare Energien durch Anlagen auf dem Gemeindegebiet (2012): 1,7 Millionen Kilowattstunden; entspricht 27 Prozent

 

Quelle: Gemeindewerke Jestetten

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