Der Weidlingclub nutzt seit 1996 den Steg unterhalb von Altenburg. Bild: Hüfner
Der Weidlingclub nutzt seit 1996 den Steg unterhalb von Altenburg. Bild: Hüfner

Altenburg (hüf) Mittlerweile 30 Jahre reicht die Historie des Weidlingclubs Altenburg zurück. Als Bootsclub Jestetten mit 14 Mitgliedern gegründet, war die Anfangszeit von vielen Plänen, Besprechungen und Arbeitseinsätzen geprägt.

Jetzt, drei Jahrzehnte später, sagt der Vorsitzende Achim Wipf zur anstehenden Hauptversammlung des Vereins heute Abend: „Es ist nichts Neues zu erwarten“. Selbst um das Thema „geplante Rheinabsenkung“ ist es im Augenblick still.

Das kann den momentan 64 Mitgliedern nur Recht sein. Sie gehen viel lieber ihrer Freizeitbeschäftigung aus, und die soll Entspannung bieten.

Sich mit dem Weidling stromabwärts treiben lassen, Baden, Essen, Zigarren rauchen, zwei, drei Boote zusammen binden und das Miteinander zelebrieren, so beschreibt Wipf, was die Mitglieder vor allem in der warmen Jahrezeit auf dem Rhein unternehmen. Einige fischen auch noch.

Die Hausstrecke reicht vom Rheinfall bis zum Kraftwerk Herdern bei Hohentengen. Etwa 30 Kilometer Flussstrecke sind das, dazwischen immer wieder Staustufen, die mit den „Slip-Anlagen“ überwunden werden, die von den Kraftwerksbetreibern unterhalten werden.

Es bleibt viel Zeit, die Natur zu genießen, denn alleine vom Rheinfall bis zum Keltensteg unterhalb von Altenburg sind die Weidlinge gut eine Stunde auf den fast zehn Rheinkilometern unterwegs. 17 Kilometer sind es bis Eglisau, dann weitere drei bis Herdern. So bleibt Zeit zum Nichtstun, zum Sonnenbad.

Selbst bei der Fahrt mit dem Außenbordmotor kommt keine Hektik auf. Stromabwärts ist eine Höchstgeschwindigkeit von 20 Stundenkilometern erlaubt, stromaufwärts gerade einmal die Hälfte, erzählt Wipf.

Seit 1992 ist Achim Wipf Vorsitzender des Vereins. Bild: Hüfner
Seit 1992 ist Achim Wipf Vorsitzender des Vereins. Bild: Hüfner

Natürlich sind die Altenburger nicht alleine auf dem Hochrhein. Neuhausen, Dachsen, Nohl, Rheinau, Lottstetten, Ellikon, Rüdlingen und Eglisaus zählt er als weitere Liegeplätze auf. Bis zu 250 Boote kämen da schon zusammen, aber zumindest auf dem Abschnitt der Altenburger geht es noch beschaulich zu. Der Vereinsvorsitzende sagt: „Wir sind relativ für uns allein“. Hochbetrieb, der herrsche nur an schönen Wochenenden im Sommer.

Längst kann nicht jeder, der will, auch tatsächlich einen Liegeplatz für sein Boot bekommen. 14 Personen stehen derzeit auf der Warteliste, die gerne einen der 30 Liegeplätze hätten. Streng nach der Reihenfolge würden die vergeben, wenn tatsächlich einer der bisherigen Clubmitglieder aufhört. Wipf: „Ein Erbrecht gibt es nicht.“

In den Anfangszeiten sah das noch anders aus. Ein wildes Bojenfeld rief in den 1980-ern die Wasserschutzpolizei auf den Plan. Um das in geordnete Bahnen zu lenken kam es dann zur Vereinsgründung und die Anlage des Stegs mit Unterstützung der Gemeinde. Die übernahm die Vorfinanzierung und der Verein leistet dafür die Tilgung.

Dass es schön ist auf dem Rhein, hat sich längst bei den Einheimischen herum gesprochen, stammen die Club-Mitglieder doch ausschließlich aus der näheren Umgebung. Wer von ihnen auf eine Weidlingfahrt mitgenommen wird, darf sich glücklich schätzen. Ausflüge oder Mitfahrten bietet der Verein nämlich nicht an. Trotzdem kann er sich vor Nachfragen fast nicht retten.

Wipf betont ausdrücklich, dass keine Vergnügungsfahrten durchgeführt werden. In diesem Jahr war es einzig der Jestetter Sommerspaß, das Ferienprogramm für die Jugendlichen aus dem Ort, bei dem der Weidlingclub sich engagierte. Aber selbst Jugendarbeit bräuchte der Verein nicht zu betreiben, denn bei manchem Mitglied bereitet sich gerade die nächste Generation auf den Bootsführerschein vor.

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