Für Viele in der Region sind Windkraftanlagen ein Schreckensszenario. Bild: Hüfner
Für Viele in der Region sind Windkraftanlagen ein Schreckensszenario. Bild: Hüfner

Ein Kommentar von Manfred Hüfner

Region Klettgau | Vor gut einer Woche wollte die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) nicht nur die Region Rafz aufschrecken: „Deutsche bauen Windkraftanlagen auf Schweizer Boden“, schlagzeilte sie. Auch in Jestetten sorgte das Tage später für Aufhorchen.

Angefangen beim Schwarzwaldverein bis hin zu Bauernverbänden stellen sich die Nackenhaare, wenn es um die „Verspargelung der Landschaft“ geht. Diskoeffekt, Auerhuhn, Fledermäuse –vom örtlichen Gemeinderat über den Kreistag bis hin zum Regionalverband tauchten diese Stichwörter in den Diskussionen und Protokollen auf.

Entsprechend verwirrt erscheinen die Stellungnahmen der Amtsträger und befragten Unternehmer. Abgestanden müffelt es, wenn sie überholte Argumente auspacken.

Vorbei gezogen sind die politischen Veränderungen. Mit dem sperrigen Instrument „Landesplanungsgesetz“ sollen die Regionen nämlich selbst entscheiden, wo künftig Windkraftanlagen aufgestellt werden können.

In unserer Region ist der Regionalverband Hochrhein-Bodensee dafür verantwortlich. Der stellt den Gemeinden unverbindlich Unterlagen zur Verfügung, die vollkommen unverbindlich sind.

„Die zuständigen politischen Gremien des Regionalverbands haben die vorliegende Flächenkulisse noch nicht abschließend beraten“, heißt es auf der Website, und auch, dass voraussichtlich erst 2014 mit einer Anhörung der Betroffenen begonnen werden soll.

Wer meint, dass hier schon Weichen für den östlichen Landkreis Waldshut gestellt werden, für Lottstetten, Jestetten oder Nachbargemeinden gar zementiert werden, muss nur einen Blick auf die Planungsunterlagen werfen. (Die sind übrigens hier zu finden).

Sie geben wenig Raum für Investoren, die auf ausreichend Wind für ihre Windräder hoffen. Auch deshalb ist die Aufregung nach dem NZZ-Bericht nicht einmal laue Luft. Sie ist allerhöchstens ein abgestandenes Faulgas, das an den Beteiligten ganz gehörig haften bleiben könnte, die sich hier viel Wirbel um gar nichts veranstaltet haben.

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