Daniel Jünger zu den Schwierigkeiten, die Bäckerei wieder aufzubauen. Bild: Hüfner
Daniel Jünger zu den Schwierigkeiten, die Bäckerei wieder aufzubauen. Bild: Hüfner

Lottstetten (hüf) Ein halbes Jahr ist der verheerende Brand im Ortszentrum von Lottstetten her. Am Morgen des 19. April vernichtete ein Feuer die Bäckerei Jünger und das Gasthaus Linde.

Inzwischen ist die Brandruine abgetragen, haben die Betriebe in der Engelscheune eine vorübergehende Heimat gefunden.

Für die Bäckerei war es ein großes Glück, dass der größte Teil der Produktion in der Filiale in Jestetten angesiedelt war. In Lottstetten wurden vor allem Konditoreiwaren hergestellt.

Mit der Verkaufsstelle in der Engelscheune, ein Provisorium, will der Handwerksbetrieb bekunden, dass er nach wie vor zum Standort Lottstetten steht.

Das bekundete Daniel Jünger, Sohn des Eigentümers Heinz Jünger, gegenüber Hierzuland.Info.

Ebenso hofft der betroffene Lindenwirt Martin Schwarz, sein Lokal wieder eröffnen zu können. Derzeit konzentriert sich bei ihm alles auf den Catering-Service, der ebenfalls in der Engelscheune untergebracht ist und dort auf die vollständig eingerichteten Küche zurück greifen kann. Gleichzeitig kümmert er sich mit Frau Claudia außerdem um den neuen Mittagstisch für Schüler in Jestetten.

„Wir würden gerne mit dem Wiederaufbau beginnen“, meint Jünger zur derzeitigen Situation. Er rechnet damit, dass in diesem Monat noch ein Sachverständigengutachten vorgelegt wird, das die genaue Schadenssumme nennt „und wir wissen, wie es weiter geht“.

Die Brandruine vor dem Abriss. Bild: Hüfner
Die Brandrunie vor dem Abriss. Bild: Hüfner

Das ist Voraussetzung dafür, dass seine Familie überhaupt Pläne für die Zukunft entwickeln kann. Mit hinein spielen auch die Vorgaben für den Wiederaufbau. Sie sehen eine Wiederherstellung der bisherigen Situation vor.

Da es sich bei den zerstörten Gebäuden einerseits um teils gut 300 Jahre alte Bausubstanz handelt, für die keine Pläne vorliegen, andererseits immer wieder An- und Umbauten statt fanden, beißt sich dies mit einer Anpassung an heutige Standards und Wünsche für eine moderne Produktion.

Über die Brandursache kann Jünger nichts sagen. „Ich hab´ nichts erfahren“, berichtet er über die Gespräche mit der Polizei. Die sei vier Tage lang in der Brandruine gewesen. „Die haben das halbe Gebäude abgerissen“, schildert Jünger deren Ermittlungsarbeit. Den Keller hätten die Ermittler ausgeschaufelt, die Sicherungskästen angesehen, die ganze Familie vernommen.

Auch Paul Wißler, Mediensprecher der Polizeidirektion Waldshut-Tiengen gibt keine Auskunft. Das sei ein laufendes Ermittlungsverfahren, war auf Nachfrage von ihm zu erfahren.

Der Beginn der Abrissarbeiten im August. Bild: Hüfner
Der Beginn der Abrissarbeiten im August. Bild: Hüfner
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