Der Gemeinderat Dettighofen bei seiner gestirgen Sitzung. In der Bildmitte Bürgermeister Gerhard Riedmüller, der nach 24 Jahren nicht mehr für eine Wiederwahl zur Verfügung steht. Bild: Hüfner
Der Gemeinderat Dettighofen bei seiner gestrigen Sitzung. In der Bildmitte Bürgermeister Gerhard Riedmüller, der nach 24 Jahren nicht mehr für eine Wiederwahl zur Verfügung steht. Bild: Hüfner

Dettighofen (hüf) Der Bürgermeister der Gemeinde Dettighofen bleibt hauptamtlich. Das beschloss der Gemeinderat am Montagabend.

Gerhard Riedmüller räumt seinen Schreibtisch zum 30. April nächsten Jahres nach drei Amtsperioden an der Spitze der Verwaltung. Wer auf ihn folgt steht noch nicht fest, dafür aber jetzt das Datum für die Wahl. Es wird der 2. Februar sein, ein Sonntag. Sollte ein zweiter Wahltermin erforderlich werden, ist dafür der 16. Februar vorgesehen.

Die Frage, ob sich Dettighofen freiwillig einer anderen Gemeinde anschließt und eventuell die Selbständigkeit (teilweise) abgibt, blieb in der Sitzung offen. Wenn, dann bleibt es Riedmüllers NachfolgerIn überlassen, hierüber mit Gemeinderat und eventuell den Einwohnern zu entscheiden.

Am 22. Juli stand die Festlegung eines Termins für die Bürgermeisterwahl bereits ein Mal auf der Tagesordnung. Während der Besprechung im Gemeinderat kam es zu dem Antrag, die Debatte zu verschieben.

Grund für diesen Antrag war die Meinung, dass sich der Gemeinderat intensiv über die Stellenausschreibung als hauptamtlicher oder ehrenamtlicher Bürgermeister beraten will.

So das Protokoll der Sitzung, in der die Mehrheit der Vertagung zustimmte.

„Ich habe die Zeit genutzt, um dem Gemeinderat Vorschläge zu unterbreiten“, leitete Riedmüller die Debatte ein. Er erinnerte an die Zeit nach der Gemeindefusion mit Baltersweil und Berwangen, sprach von einer positiven Entwicklung und dass Dettighofen nie eine „Bedarfsgemeinde“ war. Seine Aufzählung der Investitionen während der 40 Jahre war ausführlich. „Nach Außen wurden wir immer als selbständige Gemeinde wahr genommen“, schloss er sein Plädoyer für den Beibehalt eines hauptamtlichen Bürgermeisters. Das sei in der seinerzeitigen Hauptsatzung fest gelegt worden. Das Amt sei nicht im Nebenjob zu erledigen, fügte er hinzu.

Dettighofen sei nicht schlecht gefahren mit seinen hauptamtlichen Bürgermeistern, bekundete Elmar Indlekofer. „Wir sind eine Einheit geworden“, meinte der Gemeinderat rückblickend. Kindergarten, Grundschule – wer weiß, ob das noch bleibe, wenn sich der Ort einer anderen Kommune anschließen würde.

Insgesamt kann sich sehen lassen, was wir gemacht haben in der Gemeinde

Indlekofer hofft darauf, dass der Ort einen Bürgermeister mit neuen Ideen bekommt und „neuen Wind“ mitbringt. „Dann sehen wir in acht Jahren weiter“, so seine Position.

Auf die geschlossenen Läden und die fehlende Bankfiliale wies Karl Probst hin. Dafür seien die Bürger, nicht jedoch der Gemeinderat verantwortlich.

Dass das Ratsgremium Weitsicht gezeigt habe, ergänzte Indlekofer hier und nannte den Wärmeverbund für die öffentlichen Gebäude.

Nicht ganz ohne kritische Selbstbefragung wollte Axel Schaub die Angelegenheit durchgehen lassen.

Aus irgendeinem Grund ist der Vorschlag gemacht worden,

stellte er fest und die Frage, was Dettighofen für eine Zukunft habe. Die Bevölkerungszahl werde nicht steigen, dafür die Kosten. Darüber müsse sich der Gemeinderat Gedanken machen. Schaub schlug vor, nach den Bürgermeisterwahlen darüber zu sprechen und auch die Bevölkerung dazu anzuhören.

Das rief den entschiedenen Widerspruch von Riedmüller hervor.

Die Entscheidung trifft der Gemeinderat.

Eine Gemeindefusion brauche Jahre.

Allerdings erhielt Schaub Unterstützung von Probst. Auch er plädierte dafür, nach der Wahl die Bevölkerung nach ihrer Meinung zu fragen.

Die anschließende Abstimmung fiel eindeutig aus. Der gesamte Gemeinderat stimmte für die Beibehaltung eines hauptamtlichen Bürgermeisters in der Gemeinde Dettighofen.

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