Im Juli waren gleich zwei Fahrzeuge des DRK zu einem Einsatz in Jestetten gerufen worden. Bild: Hüfner
Im Juli waren gleich zwei Fahrzeuge des DRK zu einem Einsatz in Jestetten gerufen worden. Bild: Hüfner

Region Klettgau (hüf) Ab heute beginnt wieder eine neue Ära in der Notarztversorgung für den östlichen Landkreis.

Darin sind sich Jestettens Bürgermeisterin Ira Sattler und ihr Kollege Gerhard Riedmüller aus Dettighofen einig. Die Bewertung fällt allerdings sehr unterschiedlich aus.

Ich find´s ´ne Katastrophe

meint sie.

Er kommentiert die Veränderungen mit dem Satz, er sehe das „nur als Erfreuliches“.

Sie hat Zweifel, dass die Umbauarbeiten in Dettighofen rechtzeitig abgeschlossen werden. Gemeint sind die an der dortigen Rettungswache. Die für das Zimmer für den künftigen Notarzt. Die Zuhörer bei der Sitzung des Jestetter Gemeinderat am letzten Donnerstag müssen sich das zusammenreimen.

Riedmüller hingegen erzählt, dass heute der Notarzt in Dettighofen seinen Dienst beginnen kann. Übergangsweise werde der im Raum des früheren Grundbuchamts im Rathaus unterkommen. Internetanschluss und Schreibtisch seien vorhanden, Bett und Schrank habe das Rote Kreuz bereit gestellt.

Eine Überganslösung, wie Axel Schaub, Gemeinderat aus Dettighofen, von ihm auf Nachfrage erfährt. Das Zimmer soll ja künftig in der Rettungswache sein.

Wie der Notarzt zu seinem Einsatzort kommt, erläutern weder Sattler, noch Riedmüller genau. Vom Rettungswagen soll er bei einem Einsatz abgeholt werden, weiß der Dettighofer Bürgermeister. Es könne sein, „dass in späterer Zeit ein mal ein Fahrzeug zur Verfügung gestellt wird.

Im Jestetter Gemeinderat fragt Ulrike Hader danach und bekommt von der Bürgermeisterin die Antwort:

Das Rote Kreuz ist im Bereichsausschuss.

Übersetzt könnte das heißen, die Verantwortlichen müssen klären, was mit dem Fahrzeug geschieht, das in Jestetten für Notarzteinsätze vorhanden ist.

Ich bin mal gespannt, ob sie Notärzte finden,

meint Sattler anschließend. „Ich gehe davon aus, dass unsere Notärzte weiter im Dienst sind“, gibt sie als Einschätzung von sich,  meint die Praxisstunden, in denen sich die Mediziner aus Jestetten bislang am Rettungsdienst beteiligten.

In Dettighofen ist die Einschätzung eine andere. „Ich bin froh, dass wir einen Stützpunkt in der Gemeinde haben, das ist gut“, sagt Gemeinderat Elmar Indlekofer. Das dürfe nicht zerredet werden.

Auch der Bürgermeister sieht Vorteile.

Wenn einer 24 Stunden da ist, dann sind wir gut abgedeckt,

freut sich Riedmüller.

Die Freude wird dann von Schaub gedämpft. Was sei, wenn der Rettungswagen wegen einem Krankentransport zwei Stunden blockiert sei, der Notarzt damit ohne Fahrzeug?

Der Dettighofer Gemeinderat Karl Probst antwortet darauf lapidar: „Der Hubschrauber ist dann auch da.“

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