Der Jestetter Friedhof, hier im März 2013, liegt auf einem Hügel und ist mit Mauern versehen, deren Standfestigkeit Probleme bereitet. Bild: Hüfner
Der Jestetter Friedhof, hier im März 2013, liegt auf einem Hügel und ist mit Mauern versehen, deren Standfestigkeit Probleme bereitet. Bild: Hüfner

Jestetten (hüf) Noch drei Monate ist es bis Weihnachten und so langsam wird es Zeit, die Wunschliste zusammen zu stellen.

Im Jestetter Gemeinderat nennt sich das „Maßnahmenkatalog zum Haushaltsplan 2014“. Die Verwaltung legte dazu eine sechsseitige Liste vor, ungeachtet der tatsächlichen Eckdaten aus der Kämmerei.

„Das sind alles sinnvolle Maßnahmen“, so Bürgermeisterin Ira Sattler, wobei sie darauf hin wies, diese müssten nicht alle im kommenden Jahr durchgeführt werden. Rathaussanierung und die Erneuerungen der WC-Anlagen in beiden Schulen stehen für sie aber ganz oben auf der Liste und auch der Multifunktionsplatz für die Jugend.

Auf Nachfrage erfuhr Gemeinderätin Ulrike Hader, dass die Temperaturanzeige im Schwimmbad defekt ist. Sattler stellte fest, die sei „nützlich, aber nicht lebensnotwendig“. Den Vorschlag, für einen „Fußballkäfig“ beim Deutschen Fußballbund wegen einem Zuschuss nachzufragen, hielt die Bürgermeisterin entgegen, das hänge von den Zuschüssen ab, die sie aus Mitteln für die Entwicklung des Ländlichen Raums erwartet. „Das soll mehr als ein Fußballkäfig werden“, meinte Sattler, die den Multifunktionsplatz favorisiert.

Die Sanierung des Brunnens in der Dorfstraße in Altenburg beschäftigte Stefan Bierwagen. Er regte an, damit zu warten, bis fest steht, was mit dem Gelände dahinter liegenden Gelände geschieht. Lothar Altenburger hält ein Sanierungskonzept für den gesamten Bereich für erforderlich.

Bierwagen sprach zudem die Brücke vom Parkdeck des Edeka-Marktes an, die für Fußgänger von der Gemeinde angeregt wurde. Laut Sattler liegt eine Genehmigung vor, so dass jetzt überlegt wird, wie die Verbindung zum Gehweg gebaut werden soll.

Ob die Grund- und Hauptschule überhaupt so viele WC-Anlagen benötige, wie saniert werden sollen, wollte Irmgard Bäumle wissen, da bislang auf vier Stockwerken insgesamt acht WC-Räume vorhanden sind. „Im Prinzip ja“, antwortete Sattler. Bauamtsleiter Oliver Roller begründete die Aufteilung in zwei Bauabschnitte damit, dass so während der Sanierung weiterhin Toiletten zur Verfügung stehen.

Warum die Feuerwehr so kurz nach dem Neubau des Gerätehauses nun ein Notstromaggregat brauche, wollte Wolfgang Lauer wissen. Nach Auskunft von Roller handelt es sich um ein mobiles Gerät, das auch für den Bauhof nutzbar wäre. Sattler bermerkte dazu: „Bis jetzt ist es nur ein Wunsch“. Ebenso beschäftigte Lauer der für die Feuerwehr vorgesehene „Hochhubstapler“. Der sei erforderlich, weil in der Halle neue drei bis vier Meter hohe Regale eingebaut wurden. Altenburger regte an, hier ein gebrauchtes Gerät anzuschaffen.

Die Toilettenanlagen der "Schule an der Rheinschleife" in Jestetten sollen saniert werden. Bild: Hüfner
Die Toilettenanlagen der „Schule an der Rheinschleife“ in Jestetten sollen saniert werden. Bild: Hüfner

Das Foyer der Gemeindehalle wird seit zwei Wochen als Mensa für das Mittagessen von Schulkindern benutzt. Lauer wies auf den kommenden Winter hin und dass es dann für die Kinder im Foyer beim Mittagessen viel zu kalt sei. Täglich seien es derzeit 20 bis 25 Kinder, die hier ihr Mittagessen erhalten, berichtete Bäumle.

Für die Bürgermeisterin steht fest, dass eine Sanierung des Hallenvorraums kommt. „Das Ob ist unstrittig“, meinte sie. Die jetzige Lösung sei ein Provisorium, mit dem ein Jahr lang Erfahrungen gesammelt werden sollen. Möglich sei es, danach in der Realschule die Verpflegung für die Schulkinder durchzuführen. Bei kaltem Wetter in Winter werden die Kinder nun durch die Sporthalle ins Foyer kommen, so der Lösungsvorschlag der Bürgermeisterin.

Gegen den Multifunktionsplatz bei der Realschulturnhalle sprach sich Altenburger aus. Er hält das frühere SBB-Bahnhofsgebäude in Jestetten nicht als Vereinshaus für geeignet. Als möglichen Standort für den Bau eines solchen Gebäudes hält er das Gelände hinter der Turnhalle für geeignet.

Altenburger wandte sich außerdem gegen die schnelle Ausweisung eines neuen Baugebiets im Ortsteil Altenburg, da Bauland nicht unbegrenzt zur Verfügung stehe. „In Altenburg haben wir nur noch einen Bauplatz“, entgegnete ihm Sattler. Den Stopp müsse man den Altenburgern dann erklären, so ihr Standpunkt. Die Nachfrage nach Bauplätzen sei dort jedenfalls vorhanden.

Der Radweg in Richtung Wangental beschäftigte Andreas Merk. Er will die Radfahrer „von der Landesstraße runter bringen“ und forderte, hier die Eigentumsverhältnisse und Kosten für eine durchgängige Verbindung bis zum Baltersweiler Wald zu prüfen.

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Tafel des Jestetter Kulturwegs beim Friedhof Altenburg. Bild: Hüfner

Die Schilder des Jestetter Kulturwegs beschäftigten Konrad Schlude. Er bemängelte, dass die Tafel bei der sogenannten „Römerbrücke“ immer noch kaputt sei. Zudem solle das Konzept überarbeitet werden, denn „das Alte Pfarrhaus ist nicht mehr“. Roller informierte ihn, dass beim Bauhof zehn Schilder vorhanden seien, mit denen die Tafeln ergänzt würden.

Schlude sprach zudem die Friedhofsmauer in Jestetten an. Sattler erinnerte an den teilweisen Einsturz vor mehreren Jahren. Laut Gutachter sei die Wand einsturzgefährdet. Aus diesem Grund habe die Gemeinde die Gräber dort nicht mehr belegt, damit dort keine weiteren Erdbewegungen die Mauer noch mehr gefährden.

Der Kreisbaumeister sei schon zu einer Besichtigung da gewesen, informierte Sattler und ein Statikbüro habe die Friedhofsmauer als Einsturzgefährdet bezeichnet. Alleine die Sanierung des eingestürzten Mauerteils habe die Gemeinde 120 000 Euro bei der Sanierung gekostet. „Man muss es im Auge behalten“, meinte die Bürgermeisterin u sprach von einer möglichen abschnittsweisen Sanierung. „Das ist letztlich ein Pulverfass“, so Sattler gegenüber dem Gemeinderat.

Angelika Hämmerle stieß in der achtseitigen Liste auf die „Erneuerung des Leitsystems“. Damit seien die Tafeln im Rathaus gemeint, erfuhr sie. Das Grundbuchamt gebe es nicht mehr und auch sonst seien Veränderungen eingetreten, so dass der Inhalt der Informationstafeln aktualisiert werde, beschied ihr Sattler.

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