Im kommenden Frühjahr soll die Birretstraße auf 3,5 Meter Breite saniert und ausgebaut werden. Bild: Hüfner
Im kommenden Frühjahr soll die Birretstraße auf 3,50 Meter Breite saniert und ausgebaut werden. Bild: Hüfner

Jestetten (hüf) Eine Autobahn ist das nicht, was aus Jestetten heraus gen Lottstetten führt. Auch keine Ortsumgehung. Der geteerte Feldweg zur Grünkompostanlage auf dem Birret scheint aber für manche Jestetter fast schon die Dimension einer Magistrale in den Süden zu besitzen.

Im Gemeinderat war das Promillewegchen bereits in der letzten Sitzung Thema. Damals ging es um die Auftragsvergabe der Deckenerneuerung. Drei Meter Fahrbahnbreite sollten geteert werden, um die Schlaglöcher los zu werden.

Lothar Altenburger, seines Zeichens Nebenerwerbslandwirt in Altenburg, bemerkte eher in einem leisen Halbsatz, dass moderne Mähdrescher eine Spurbreite von 3,50 Meter besitzen.

Das elektrisierte einige Ratsmitglieder. Wenn in der Erntezeit da ein Auto dem landwirtschaftlichen Monstrum begegnet – das reicht bei der Wegbreite nie und nimmer. Also bekam Bauamtsleiter Oliver Roller den Auftrag, auszurechnen, was ein 3,50 oder 4,00 Meter breiter Teerstreifen bis auf die Höhe des Birrets an finanziellem Mehraufwand für das Gemeindesäckel bedeuten würde.

Gestern nun präsentierte er die Zahlen: 23 000 Euro beziehungsweise 47 000 Euro wären das, was im Haushalt zusätzlich eingeplant werden müsste. Dazu zeigte er Schaubilder, welche Vorgaben die Straßenplaner berücksichtigen, wenn sie die Abmessungen eines Wegs oder einer Straße für die Begegnung verschiedener Fahrzeuge ermitteln: Fahrrad – Auto, Auto – Auto, Auto – Lkw, Lkw – Lkw.

Als Roller versicherte, dass bei der Sanierung des Wegs auf den Birret beidseits ein halber Meter neben dem Teerstreifen noch befestigt wird, der eingebaute Schotter vom Begegnungsverkehr gefahrlos befahren werden kann, löste sich die Anspannung bei manchem Ratsmitglied sichtbar.

„Ich würde vorschlagen, wir entscheiden uns für 3,50 Meter, drei Meter ist zu wenig“, lautete schließlich der Beschlussvorschlag von Bürgermeisterin Ira Sattler. Drei Gegenstimmen, eine Enthaltung, der Rest dafür, lautete das Abstimmungsergebnis.

Aus dem Zuhörerrund kam noch der Hinweis, die Büsche und Bäume könnten etwas zurück geschnitten werden, dann war die Wegsanierung vom Tisch. Klappt alles, dann ist das irgendwo bei 250 000 Euro im Investitionshaushalt der Gemeinde angesiedelte Infrastrukturförderungsprojekt vom Ratstisch. Nur stellt sich jetzt die Frage, ob wohl die Gemeinde Lottstetten auf ihrer Gemarkung den Weg auch neu teeren lässt.

Irgendwann gab es da mal gemeinsame Gespräche und Absichten, so war aus Andeutungen Sattlers zu entnehmen. Prompt folgte die Frage, was ist denn, wenn der Weg über den Birret als Umleitung bei einer Sperrung der Bundesstraße B 27 gebraucht wird. Leise tönte es im Ratssaal: Einbahnstraße!

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