Ein Kilogramm Pilze pro Person und Tag dürfen legal gesammelt werden, um die Vorkommen zu schützen. Bild: Hüfner
Ein Kilogramm Pilze pro Person und Tag dürfen legal gesammelt werden, um die Vorkommen zu schützen. Bild: Hüfner

Rheinheim/Region Klettgau (PM/red) Über zehn Kilogramm Speisepilze haben Zöllner des Hauptzollamts Singen a. H. am Grenzübergang Rheinheim bei zwei Pilzsammlern festgestellt.

Derzeit kommen ausländische Touristen nicht nur zum Einkaufen und Sightseeing nach Deutschland, sondern auch, weil im Schwarzwald reichlich Pilze wachsen.

Um den Eingriff in die Natur in Grenzen zu halten und den Fortbestand schützenswerter Pilzarten zu gewährleisten, ist es nach dem Bundesnaturschutzgesetz jedoch lediglich gestattet, pro Person und Tag jeweils ein Kilogramm Pilze zu sammeln.

Die zwei Pilzliebhaber mit Wohnsitz in der Schweiz hatten aber erheblich mehr als die zulässige Menge, nämlich insgesamt über zehn Kilogramm Steinpilze, Pfifferlinge und Maronenröhrlinge gesammelt. Deshalb wurde gegen beide wegen des Verstoßes gegen das Bundesnaturschutzgesetz ein Bußgeldverfahren eingeleitet.

Nach Zahlung einer Barsicherheit in Höhe von 1 060 Euro für die zu erwartenden Bußgelder konnten die beiden Pilzsammler ihre Heimreise mit den ihnen verbliebenen zwei Kilogramm Pilzen fortsetzen. Die restlichen Pilze wurden beschlagnahmt.

Diese wurden in der Vergangenheit an gemeinnützige Einrichtungen weiter gegeben. Die Lebensmittelgesetzgebung lässt dies aber in den meisten Fällen nicht mehr zu, wie Michael Hauck vom Hauptzollamt Singen a. H. gegenüber Hierzuland.Info erklärte.

„Verschenken und Vernichten ist die Option“, so der Pressesprecher, wobei es faktisch keine Einrichtung mehr gebe, die beschlagnahmte Pilze annehmen.

Was bleibt, sind der Komposthaufen oder die Biotonne. Mit heim nehmen für den eigenen Verzehr ist den Zöllnern auf keinen Fall erlaubt.

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