glosseEin Kommentar von Manfred Hüfner

Ira Sattler bleibt auch für die nächsten acht Jahre Bürgermeisterin von Jestetten. Doch die Opposition im Dorf ist groß. 57,87 Prozent der Wahlberechtigten verweigerten ihr am letzten Sonntag die Stimme.

Warum darüber nachdenken? Die Wahl ist gewonnen, alles in „trockenen Tüchern“. Das Auszählungsergebnis lag bei immerhin 77,48 Prozent für die Bürgermeisterin. Sattlers Wählerinnen und Wähler sind der Ansicht, dass die 51-Jährige ihre Arbeit gut gemacht hat. Mehrheit ist Mehrheit.

2005 erhielt sie 1 586 Stimmen, als sie sich gegen drei Mitbewerber (Andreas Merk, Lothar Altenburger und Werner Tereba) überraschend im ersten Wahlgang durchsetzte.

Der Durchmarsch weckte Erwartungen, zumal der Vorgänger die Messlatte für den „Bürgi“ recht hoch gesetzt hatte. Jetzt, acht Jahre später, sind es gerade 17 Stimmen mehr, die sie erhielt. Das rechnerische Plus von 5,5 Prozent beim Endergebnis resultiert auch aus der um drei Prozent geringeren Wahlbeteiligung.

Ihr Mitbewerber war diesmal ein „Nobody“: lange totgeschwiegen, dann als „Scherzkandidat“ diskreditiert, als „Nein-Sager“ klassifiziert. In Rickenbach, bei der legendären Moosmann-Nachfolge-Wahl, hatte Michael König ja nicht mal eine Hand voll Stimmen bekommen.

Jetzt in Jestetten schaffte er aus dem Stand heraus 382 Kreuze hinter seinem Namen auf dem Wahlzettel oder umgerechnet 18,5 Prozent.

Dann sind da noch die vier Prozent Wähler, die andere Vorschläge für den Chefsessel im Rathaus äußerten und außerdem 165 ungültige Wahlzettel. 2005 waren es nur neun.

Umgelegt lautet das Wahlergebnis dann auf rund 42 Prozent Zustimmung für Sattler in der Gemeinde bei den gesamten Wahlberechtigten ab 16 Jahren. Und das trotz Amtsbonus.

Natürlich lässt es sich so weiter arbeiten, wie bisher. Ein Rathaus jedoch ist keine reine Verwaltungsbehörde, dessen Führung kein reiner Bürojob. Es gibt Wünsche der Bürgerschaft, persönliche Anliegen Einzelner, gesetzliche Vorgaben. Die vielen Einflussfaktoren einigermaßen auszugleichen, in der Waage zu halten, das ist ebenfalls eine Aufgabenstellung an die Person auf dem Bürgermeistersessel.

Die Wahl zeigt, dass diese Faktoren nach Ansicht vieler Jestetter nicht im Gleichgewicht sind. Es liegt jetzt an der Bürgermeisterin, ihre Wahlentscheidung zu treffen.

 

Die tatsächlichen Stimmanteile aufgegliedert für die Bürgermeisterwahl 2013 in Jestetten als Grafik.

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Das untenstehende Diagramm stellt dar, wie sich der Anteil der Wählerstimmen bei beiden Kandidaten prozentual auf die einzelnen Wahlbezirke verteilt.

Die Unterschiede zwischen Sattler und König sind gering. Eine Protesthaltung in einzelnen Stimmbezirken lässt sich daraus nicht ableiten.

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