Die Malschule Josi-Plauen war auch für Kinder interessant. Bild: Hüfner
Die Malschule Josi-Plauen war auch für Kinder interessant. Bild: Hüfner

Jestetten (hüf) Ausgiebig Atelierluft durften die Besucher der Museumsnacht Hegau-Schaffhausen am Samstag in Jestetten schnuppern. Fünf künstlerische Werkstätten hatten bis 1 Uhr am Sonntag geöffnet.

Das Interesse hielt sich allerdings in engen Grenzen. Dietrich Veigel, Vorsitzender des Kulturkreis Jestetten und Umgebung, war zwar mehrfach im Shuttle-Einsatz, doch den Fahrdienst wollte niemand in Anspruch nehmen.

„Die Schaffhauser zieht´s nach Stein a. Rh. und Singen a. H. oder anderswohin“, lautete seine Erklärung für das ausbleibende Interesse. Einige der Beteiligten führten es zudem auf die Randlage zurück. Dennoch sind sie ganz zufrieden mit dem Verlauf.

Michael Scheer von „Kielflügel-Kunst“ meinte: „Wenn da hundert Leute sich durchdrängeln, wird mir Angst um die Instrumente“. Bei ihm kamen vor allem diejenigen, die sich ganz gezielt mit den Tasteninstrumenten befasste oder mehr darüber erfahren wollten. Da gab es reichlich Neues zu hören. Nicht nur in Bezug auf Musik, sondern auch Stilkunde und Physik fließen in den Bau der Instrumente ein.

Volker und Käthe Fischer aus Heidelberg lassen sich die Instrumente vorführen. Bild: Hüfner
Volker und Käthe Fischer aus Heidelberg lassen sich die Instrumente vorführen. Bild: Hüfner

Volker und Käthe Fischer aus Heidelberg gehörten zu denjenigen, die die Museumsnacht mit einem ausgedehnten Spaziergang durch den Ort verbanden. Sie kennen ähnliche Veranstaltungen aus der Rhein-Neckar-Region und ließen sich von dem Angebot in Jestetten zusammen mit ihrer Gastgeberin beeindrucken. Am Nachmittag waren sie noch beim Bauernmarkt in Frohnschwand, wo sie die Strohskulpturen besichtigt hatten.

Im „Haus der Begegnung“ sahen laut Manfred Missfelder Einheimische vorbei. „Am Anfang ab 19 Uhr kamen die Besucher, das ging bis 22.30 Uhr“, beschreibt er den Abend. Neben seinen eigenen Werken („die hat öffentlich noch niemand gesehen“) waren unter anderem die Arbeiten von Hans Falk zu besichtigen.

Bei der Malschule Josi-Plauen, dem Atelier von Jochen Singer, gab es aus der Schweiz einige Gäste, die sich über den Unterricht informieren wollten. Sie hatten bislang davon nur gehört und nutzten den Auftakt zur Museumsnacht für einen kurzen Besuch.

Auszeit auf einem Sitzmöbel von Eberhard Rieber. Bild: Hüfner
Auszeit auf einem Sitzmöbel von Eberhard Rieber. Bild: Hüfner

Bei Eberhard Rieber war der Ausstellungsraum um die Holzwerkstatt erweitert worden. Hier zeigte er unter anderem Skulpturen, die ansonsten eher versteckt auf Besucher warten. Im Garten vor dem Werkstattgebäude hatte er sie mit Licht in Szene gesetzt.

Einen Einblick in die Verarbeitung von Ton gab Berthold Neumann seinen Besuchern. „Es hat sich sicher gelohnt, die teilnehmenden Ateliers zu besuchen“, so sein Fazit. Und: „Manches traut man diesem kleinen Ort nicht zu“.

Manfred Missfelder gewährt einen Blick hinter die Kulissen. Bild: Hüfner
Manfred Missfelder gewährt einen Blick hinter die Kulissen. Bild: Hüfner
Ein Blickfang in der Nacht war das Keramik-Atelier von Berthold Neumann. Bild: Hüfner
Ein Blickfang in der Nacht war das Keramik-Atelier von Berthold Neumann. Bild: Hüfner
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