ra Sattler suchte den Dialog mit der Jugend im Rahmen ihrer Wahlveranstaltungen und traf sich mit jungen Mitbürgern. Bild: Hüfner
Ira Sattler suchte den Dialog mit der Jugend im Rahmen ihrer Wahlveranstaltungen und traf sich mit jungen Mitbürgern. Bild: Hüfner

Jestetten (hüf) Erstmals dürfen bereits 16-Jährige an der Bürgermeisterwahl in Jestetten ihre Stimme abgeben.

Allerdings ist denen noch nicht so richtig klar, an welchen Wahlen sie sich beteiligen dürfen. Das erfuhr Ira Sattler bei ihrer Wahlveranstaltung im Café Central, zu dem sie junge Einwohner der Gemeinde eingeladen hatte.

„Jetzt hab´ ich die Wette verloren – ich dachte, man darf die Kanzlerin wählen“, entfuhr es einem Jugendlichen, als ihn die Bürgermeisterin darüber aufklärte, dass das Wahlalter von 16 Jahren bislang nur für Kommunalwahlen gilt.

Sie stellt ohne Notizen ein paar wichtige Punkte ihrer Arbeit aus den zurück liegenden acht Jahren vor, die das Leben der Jugendlichen betreffen. Jugendarbeiter, Jugendraum, Schulen sind ihr Thema.

„Ich möchte erfahren, was junge Bürger für Erwartungen an die Gemeinde haben“, erklärt sie den fünf Jungs und dem Mädchen, die gekommen sind. Sattler lässt keine längeren Pausen entstehen, stellt Fragen, wenn das Gespräch ins Stocken gerät.

Dass sie bei ihrer Wiederwahl mehr um die etwas Älteren kümmern will, die Schulgebäude auf einen aktuellen Stand bringen möchte, erzählt sie. „Wie seht ihr das?“, wirft sie in den Raum, als sie von der Ganstagesschule spricht. „Das will ich wissen, wie ich die Bildungspolitik in den nächsten Jahren ausrichten kann“, fügt sie hinzu und auch noch die Frage, was die Anwesenden von einem Jugendgemeinderat halten.

„Feuer frei, ihr habt das Wort“, lautet ihre Aufforderung, auf die hin sich einer der Jugendlichen traut, zu seinen Anliegen etwas zu sagen. „Den Jugendraum finde ich gut“, ist von ihm zu hören. Den jetzigen Jugendarbeiter der Gemeinde findet er gut, „denn bei den anderen war nicht so viel Lockerheit drin“. „Er macht es megagut“, wird dessen Arbeit gelobt. Dass die Öffnungszeiten des Jugendraums jetzt besser sind, wird mit Wohlwollen vermerkt.

Dann das Stichwort Multifunktionsplatz. „Da muss ich noch schauen, dass ich die Mehrheit im Gemeinderat bekomme“, meint Sattler, denn sie ist sich klar darüber: „Man muss jungen Leuten was bieten“. 150 000 Euro würde der kosten, erklärt sie den Jugendlichen, wobei die Gemeinde mit einem Zuschuss von 50 Prozent rechnen darf.

Ein Fußball- und Basketballfeld wünschen sie sich, mehr noch eine Möglichkeit, wo sie sich am Wochenende treffen und aufhalten können.

Schnelles Internet ist noch ein Thema, das die Wahlkämpferin beschäftigt. „In Dettighofen hat man ein besseres Netz“, meint einer der Jugendlichen. Sattler spricht von Leitungen, die Jugendlichen meinen Internetzugang über Handy. Dass es sich um ganz verschiedene Themen handelt, fällt niemanden im Gespräch auf.

Noch einmal kommt das Fehlen eines Treffpunkts zur Sprache. Eine Club-Bar, ein Raum, der im Winter zur Verfügung steht, ist der Wunsch. „Da denk ich mal dran, ob man da was machen kann“, verspricht Sattler. Dann verabschieden sich die Fünf. Nach einer Dreiviertelstunde ist diese Wahlveranstaltung vorbei.

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