Madeleine Schaaf besuchte früher das Zirkusprojekt als Teilnehmerin. Heute hilft sie als Betreuerin mit. Bild: Hüfner
Madeleine Schaaf besuchte früher das Zirkusprojekt als Teilnehmerin. Heute hilft sie als Betreuerin mit. Bild: Hüfner

Jestetten (hüf) Madeleine Schaaf (21) wuchs fast mit dem „Circus Stella“ auf. Heute gehört sie mit zu den Trainern, die die rund 50 Jugendlichen betreuen, die sich in dieser Woche im Rahmen des Ferienprogramms an dem Projekt beteiligten.

Realschule vor Ort, Sozialpädagogisches Gymnasium in Radolfzell, sind die nüchternen Daten im noch kurzen Lebenslauf der Jestetterin. Mit dazu kommen Ministrantenfreizeiten, Zeltlager und Gruppenstunden, Trainings- und Helfereinsätze beim hiesigen Turnverein.

Ihren Berufswunsch formuliert sie so: „Im Moment möchte ich ein Studium haben und es abschließen“. Und dann wird es konkret: „Aber ich strebe an, etwas mit Erlebnispädagogik zu machen, für Kinder und Jugendliche“.

Dass es dazu kam, liegt am „Circus Stella“. „Ich bin seit 14 Jahren mit dabei“, sagt Madeleine. Zuerst als Teilnehmerin des Ferienprogramms. Aber dann war sie zu alt dafür. „Ich wollte das Projekt nicht aufgeben, weil es mir viel Freude gemacht hat“, erinnert sie sich und stellt fest: „Das Projekt hat zu meiner Berufswahl beigetragen“.

Also ließ sie sich als Betreuerin engagieren. So etwa vier sind jedes Mal bei einem Projekt mit dabei, alle mit Erfahrungen im Zirkuszelt. Nach Pfingsten zwei Wochen und jetzt in den Sommerferien drei Wochen, war Madeleine Schaaf bereits unterwegs mit dem Zirkus.

„Man lebt in einem Wohnwagen, im Zelt, in einer Turnhalle“, fasst sie die äußeren Umstände zusammen. Zumindest zu Beginn einer Projektwoche ist am Abend etwas Spielraum, den Ort ein wenig kennen zu lernen.

Ansonsten „hängt viel Arbeit mit dran, die man als Zuschauer nicht sieht“, meint die 21-Jährige. Licht einrichten, Musik finden, Requisiten richten, Kostüme vorbereiten, all das kommt zum täglichen Ablauf mit den Kindern hinzu.

Zumindest in Jestetten muss sie nicht auf ihr eigenes Bett verzichten. „Ich fühle mich wohl“, meint sie zum Heimspiel. Der Platz ist ihr vertraut, viele der Kinder kennt sie. Genau so, wie deren Vorfreude. „Mir hat das als Kind gefallen, das ganze Drumherum und die Atmosphäre“.

Nun erlebt sie das alles aus einer anderen Perspektive. „Jetzt kann man das mehr gestalten, es gibt neue Themen“, berichtet sie. Sie vermittelt das, was sie in früheren Jahren selbst beigebracht bekam. Hinzu kommt, was sie sich aus Büchern oder Videos im Internet an Wissen aneignet. Gelernt hat sie das beim Zirkus, denn hier sieht sie die Auswirkungen solch eines Zirkusprojekts: „Ich finde es unheimlich spannend, was Kinder in einer Woche lernen können“.

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