Die SPD-Bundestagsabgeordnete Rita Schwarzelühr-Sutter im Wahlkampfeinsatz auf dem Rhein. Bild: Hüfner
Die SPD-Bundestagsabgeordnete Rita Schwarzelühr-Sutter im Wahlkampfeinsatz auf dem Rhein. Bild: Hüfner

Jestetten (hüf) Mit einer Bootstour auf dem Rhein bot die SPD-Bundestagsabgeordnete Rita Schwarzelühr-Sutter Gelegenheit, vor der Bundestagswahl über politische Themen zu diskutieren.

Wahlkampfzeiten verheißen wenig Unterhaltung. Trockenes politisches Brot soll der Wählerschaft verabreicht werden, die möglichst jeden Krümel gewissenhaft goutiert.

Umgekehrt nähert sich der Homo politicus seiner Klientel in homöopathischen Dosen und etikettiert dies als Volksnähe.

Dies Klischee fegte Rita Schwarzelühr-Sutter, wahlkämpfende und aktuelle politische Vertreterin des Wahlkreis Waldshut in Berlin, kurzerhand beiseite.

Über Rheinabsenkung informiert

Sie hatte zu einer Bootsfahrt auf dem Rhein vom Stauwehr bei Altenburg bis zur „Giesse“ bei Lottstetten eingeladen. Im Anschluss gemütlicher Hock.

17 Uhr hieß es, und nach dem „Akademischen Viertel“ legten drei Waidlinge vom Rheinufer bei der Kläranlage ab. Mit dabei der „Rote Rucksack“, in dem die Bürger ihre Anliegen deponieren durften, die sie im Berliner Politikbetrieb behandelt wissen wollen.

Angesichts der idyllischen Hochrheinlandschaft lautete der alleine nur, die Rheinabsenkung abzuwenden. Ist der Vorstoß des Rheinaubunds, der Schweiz bereits erledigt, sind die Pläne dazu längst überholt? Da darf die Abgeordnete jetzt Informationen einholen. Sie verspricht es.

 

Die Brücke mit der Rheinauer Klosterkirche faszinierte alle Teilnehmer der Bootsfahrt. Bild: Hüfner
Die Brücke mit der Rheinauer Klosterkirche faszinierte alle Teilnehmer der Bootsfahrt. Bild: Hüfner

Wichtige Themen angesprochen

Kubanische Zigarren sind ein Thema, die Zukunft der aufgegebenen Klosteranlage ebenfalls. Und immer wieder die Feststellung, in welch idyllisch gelegener Region wir alle doch daheim sind.

Wäre da nicht der böse Fluglärm. Der kommt später, viel später, zur Sprache. Längst sind die Privat-Taxis beim Café Central in Jestetten angekommen. Der Minister für Bundesrat, Europa und Internationale Angelegenheiten in Baden-Württemberg, Peter Friedrich (SPD), berichtet von seinem Familienurlaub, während das Publikum die Plätze in der Raucher-Lounge einnimmt.

„Wir haben eine vielfältige gute Nachbarschaft, aber auch Themen, wo wir Unterstützung vom Land brauchen“, beginnt Rita Schwarzelühr-Sutter die Gesprächsrunde. Ein Heimspiel, denn der Kreis der Zuhörerschaft beschränkt sich nur noch auf Familie und Hardcore-Unterstützer.

Bundesregierung in der Kritik

Reibungslos geht das nicht von statten. Auch wenn Friedrich erzählt, wie er vor einem Jahr bei seiner Fahrradtour vom Bodensee aus in Jestetten auf dem Campingplatz im Schwimmbad übernachtete. Die Verbindung Camping und Schwimmbad hinterließ bei seiner Tochter bleibende Eindrücke, und dass er der Gemeinde Jestetten dafür dankbar ist, diese Feststellung kommt gut an.

Und dann fällt das Stichwort Schweiz. Der Konstanzer ist leidgeprüft und erfahren genug, das überhaupt als Thema einer politischen Diskussion zu akzeptieren. „Wir sind auf eine gute Zusammenarbeit angewiesen“, lautet sein Credo. Der Schwenk zum Fluglärm streift die Begriffe Ramsauer, Staatsvertrag und dann noch Steuerabkommen.

Die "Rote Rucksack-Tour" von Rita Schwarzelühr-Sutter auf dem Rhein bei Altenburg. Bild: Hüfner
Die „Rote Rucksack-Tour“ von Rita Schwarzelühr-Sutter auf dem Rhein bei Altenburg. Bild: Hüfner

Dass er hier vor Ort dem CSU-Verkehrsminister Rachegefühle attestiert, die darin gipfeln, dass der Bayer Hochrheinbahn und Mittelzuweisungen für Straßenbau  nach dem Desaster mit dem Fluglärm-Staatsvertrag blockiert, wird sportlich-sachlich aufgenommen. Auch der Ausspruch: Diese Region ist bei dieser Bundesregierung in schlechten Händen“.

Regio-Krimi für den Minister

Bundespolitische Themen wechseln sich mit sozialen Aspekten ab. Es wird die Frage gestellt, warum all jene, die wählen sollten, damit es zu Veränderungen in ihrem Sinne kommt, doch nicht wählen gehen. „Mehr auf das Gemeinwohl setzen“, lautet die Antwort.

Ärztliche Versorgung, Verkehr, Breitbandversorgung, Altersversorgung, Energiewende, das sind die Themen, die Rita Schwarzelühr-Sutter in ihrem Wahlkampf in Gesprächen zu hören bekommt.

Dann wird es Zeit, aufzubrechen. Der Minister bekommt noch einen Regio-Krimi als Dankeschön. Morgen ist auch noch ein Tag. Im Terminkalender von Schwarzelühr-Sutter steht da Wanderung durch den Erzinger Kapellenberg. So schön wie die Bootstour wird der aber nicht. Zumindest was das Wetter anbelangt.

 

Bildergalerie von der Bootstour auf dem Rhein:

© Manfred Hüfner/Ulli Hader (2)

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