Was sind das alles für Schalter und Lämpchen? Die Feuerwehrleute aus Lottstetten machen sich mit ihrem neuen Fahrzeug vertraut. Bild: Hüfner
Was sind das alles für Schalter und Lämpchen? Die Feuerwehrleute aus Lottstetten machen sich mit ihrem neuen Fahrzeug vertraut. Bild: Hüfner

Lottstetten (hüf) Es ist wie ein Déjà-vu: Aufgeregte Fahrschüler warten darauf, unter Aufsicht des Fahrlehrers das Steuer zu übernehmen und ihre ersten motorisierten Kilometer zurück zu legen.

Aber es sind gestandene Feuerwehrmänner, und auf dem Beifahrersitz ihr Kommandant. Sie gehören zur Probengruppe Zwei, er heißt Thomas Kromer. Und das Auto ist das Mannschaftstransportfahrzeug (MTW), ein Ford.

Der gehört seit gut einer Woche zum Fuhrpark der Lottstetter Wehr. 353 Kilometer stehen auf dem Tacho, 260 davon alleine durch die Überführung.

Jetzt geht es darum, dass möglichst viele Feuerwehrler Fahrpraxis damit bekommen. Wer einen Pkw-Führerschein besitzt, darf das für acht Personen zugelassene Gefährt bewegen. Doch im Gegensatz zum Privat-Pkw ist es länger und höher. 2,80 Meter misst es samt Blaulichtaufbau und wenn es unter der Bahnbrücke beim „Dotter“ hindurch fährt, streift die Funkantenne die Brückenunterseite. Auch die Spitzkehre Bonnletstraße/Wettegasse will gemeistert werden.

Das Anfahren am Gerätehaus ist etwas ruckelig. „Die neue Kupplung“, meint einer der Feuerwehrmänner lapidar. „Fahren wir mal nach Nack“, gibt der Kommandant vor und so rauschen Häuser und Felder vorbei.

Die Heizung und Belüftung sind Gesprächsthema, auch weil die Scheiben bald beschlagen. Dann kommt die Erfahrung, dass mit dem Auto besser ein ordentlicher Abstand zum Grün am Straßenrand einzuhalten ist.

Ein Fahrerwechsel beim historischen Spritzenhaus, dann heißt es Anfahren am Berg. Kurz wird die Rückwärtsfahrt ausprobiert. Hier zeigt sich für Kromer, dass die Entscheidung für eine am Heck eingebaute Kamera richtig war. Der Fahrer sieht das, was ihm die Außenspiegel nicht zeigen können.

In Balm erneuter Fahrerwechsel. Auf den schmalen Sträßchen schaukelt es die Feuerwehrmänner kräftig hin und her. Kurz ertönt das Martinshorn, blinkt es blau durch die anbrechende Nacht. An einigen Fenstern erscheinen Bewohner, die nicht so recht verstehen, was da vor sich geht.

Kommandant Thomas Kromer beseitigt die Spuren der Spritztour an dem nagelneuen Einsatzfahrzeug. Bild: Hüfner
Kommandant Thomas Kromer beseitigt die Spuren der Spritztour an dem nagelneuen Einsatzfahrzeug. Bild: Hüfner

An der Kläranlage wird eine Runde gedreht, der kleine Wendekreis des Fahrzeugs gelobt. Dann irritiert eine Anzeige den Fahrer. Eine Türe ist nicht richtig geschlossen, aber welche? Also Türen auf, Türen zu, und alles ist wieder in Ordnung.

Schließlich führt die Fahrt bis kurz unterhalb des Dietenbergs und durch das Neubaugebiet. Hydranten besichtigen, hat sich Kromer noch vorgenommen. Nicht an der Straße, sondern fast direkt am Haus stehen an zwei Stellen welche.

Zurück vor dem Gerätehaus gibt es noch zwei kleine Hürden. Rückwärts in die Halle fahren und genau an den gelben Bodenmarkierungen parken. Als das auch noch geschafft ist, widmet sich der Kommandant kurz der Autopflege, wischt höchstselbst die Spuren der Übungsfahrt ab.

Ein Stromkabel wird noch angeschlossen, dann steht das neue Fahrzeug wieder für Einsatzzwecke bereit. Aber solche Spritztouren durch den Ort wird es noch mehr geben. Von der Jugend- bis zur Altersabteilung soll nach der Vorstellung von Kromer möglichst Jeder den Mannschaftstransporter fahren können.

 

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