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Region Klettgau (hüf) Die Küssaburg ist ein Ausflugsziel in der Region, das fast so schnell genannt wird, wie der Rheinfall. Wer allerdings meint, sie gut zu kennen, braucht nur ein wenig genauer hinzusehen: Sie birgt bis heute viele Geheimnisse.

Ob am Tag oder in der Nacht – ohne Eintritt oder andere Beschränkungen ist diese Burgruine jederzeit zugänglich.

Brigitte Rossa, die Vorsitzende des Küssaburgvereins. Bild: Hüfner
Brigitte Rossa, die Vorsitzende des Küssaburgvereins. Bild: Hüfner

An einem Berghang oberhalb des Rheins stehen die Mauerreste. Überwuchert mit Brombeerranken und Baumsprösslingen auf den Mauerresten, ist sie schlichtweg das Klischee einer romantischen Burgruine.

Auf dem Weg Blümchen pflücken, über die Holzbrücke schlendern, hinterher zwischen den Ruinen wandeln, den Aussichtsturm erklimmen und im Gasthof einkehren – so läuft der übliche Burgbesuch ab.

Eine Taschenlampe in die Hosentasche oder den Rucksack packen, bringt da schon etwas mehr Erlebnis. Die dunklen Ecken der Küssaburg erzählen nämlich ihre eigenen Geschichten.

Was enthüllt die Taschenlampe?

Da ist die Zisterne mitten im Burghof. Von den Dächern der umstehenden Gebäude wurde das Regenwasser hinein geleitet. Heute ist sie fast aufgefüllt von den Steinchen, die frühere Besucher da hinein geworfen haben.

Dahinter befindet sich ein Abgang. Die Treppe ist mit einem Geländer gesichert. Die Türe im Untergeschoss lässt der Fantasie viel Raum, doch die Realität ist überaus schlicht. Gärtnergerätschaften sind hier untergebracht.

Der Mitarbeiter der Gemeinde Küssaberg holt hier das hervor, was er braucht, um die Burgruine vom Unrat der Besucher zu befreien und die Werkzeuge, mit denen er Gras mäht oder für die Sauberkeit der Toilettenanlage sorgt. Ja, unter dem Brückenkopf beim Zugang ist längst ein komfortables WC mit fließend Wasser vorhanden!

Blick in die Ferne

Blick in einen der Wehrgänge der Burgruine. Mit einer Taschenlampe lassen sich die dunklen Ecken erkunden. Bild: Hüfner
Blick in einen der Wehrgänge der Burgruine. Mit einer Taschenlampe lassen sich die dunklen Ecken erkunden. Bild: Hüfner

Geschwärzte Mauernischen zeugen von Feuern, die Besucher abseits der vorhandenen Grillstelle entzündeten. Mit Farbspray hinterlassen manche Gäste auf ihre Weise den Hinweis, dass sie die Ruine besuchten.

Allerdings ist das nicht neu. Im Durchlass zum „Privatbereich“ der einstigen Burgherren sind eingeritzte Schriftzüge mit Datumsangaben zu sehen, die aus dem 19. Jahrhundert stammen. Auch damals schon bestand der Wunsch bei Burgbesuchern, sich dauerhaft zu verewigen.

Wer den Blick in die Ferne richtet, sollte sich die noch vorhandenen Maueröffnungen genauer ansehen. Es lohnt der Blick auf deren Sichtfeld. Welcher Ausschnitt der Landschaft, der Region, lässt sich wahrnehmen?

Wo war damals der Boden?

Schmetterlinge, Eidechsen, Orchideeen - seltene Tiere und Pflanzen sind rund um die Küssaburg daheim. Bild: Hüfner
Schmetterlinge, Eidechsen, Orchideeen – seltene Tiere und Pflanzen sind rund um die Küssaburg daheim. Bild: Hüfner

Aufschluss gibt auch die Konstruktion. Öffnungen in den Bruchsteinen sind vorbereitet für die Aufnahme von Schusswaffen. Die wurden seinerzeit noch mit einer Art Kralle befestigt, um den Rückstoß abzufangen. Was als Verwitterung der Mauersteine erscheint, ist eine eigens angebrachte Befestigungsmöglichkeit dafür. Darüber sind kleine gemauerte „Kamine“ zu sehen. Sie sollten für den Abzug des Pulverdampfs sorgen.

Interessant ist es zudem, die einzelnen Maueröffnungen einmal näher anzusehen. Decken sie jeden Winkel der Mauer ab? Warum gibt es Abschnitte, die ohne jegliche Öffnung auskommen? Sind sie tatsächlich durch die Schießscharten gesichert gewesen?

Solche Überlegungen und Gedankenspiele bereichern einen Besuch auf der Küssaburg. Genau so wie die Frage, ob in den vorhandenen Mauerresten Hinweise auf Vorgängerbauten zu entdecken sind, vielleicht sogar der Römer. Besitzen sie einen realen Hintergrund, oder wurden sie bewusst zur Irreführung von möglichen Eroberern eingefügt?

Auf welcher Bodenebene befanden sich die einzelnen Burgteile? Der Schutt von Ausgrabungen, die Veränderungen für die nationalsozialistischen Burgfestspiele in den 1930-ern – sie sind dabei mit einzubeziehen.

Fragen stellen bringt Antworten

In der Stube über der Zugbrücke sieht es zwar aufgeräumt aus. Dennoch entspricht das Interieur wohl nicht den Vorstellung der allermeisten Burgbesucher. Bild: Hüfner
In der Stube über der Zugbrücke sieht es zwar aufgeräumt aus. Dennoch entspricht das Interieur wohl nicht den Vorstellung der allermeisten Burgbesucher. Bild: Hüfner

Dass erst im 20. Jahrhundet die Zufahrt gebaut wurde, die heute als selbstverständlich angesehen wird, lenkt den Blick auf neue Überraschungen.

Von Bechtersbohl aus führt die heutige geteerte Straße zu einer engen Kurve. Während dort die Autos den geteerten Weg nehmen, wartet ein fast verborgener Fußweg auf Entdeckung. Er ist der historische Weg zur Burg, der Jahrhunderte lang benutzt wurde.

Verlief er immer auf dem heute vorgegebenen Pfad? Gibt es Abzweigungen oder Abkürzungen? Welche Steine dienten früher als Pflasterung oder Abgrenzung? Verbergen sich im Boden vielleicht sogar Schmuckstücke, Münzen oder andere Gegenstände, die den Burgbewohnern abhanden kamen, als sie dort unterwegs waren?

Die Küssaburg mag vielleicht nach mehrmaligem Besuch vertraut und bekannt erscheinen. Sie birgt aber dennoch Neues, wenn an sie Fragen gestellt werden.

Das geht nicht alleine den Besuchern so. Historiker und historisch Interessierte nahmen sich dieses Wahrzeichen schon vor und entdecken dabei immer wieder, dass diese Burgruine noch viele Geheimnisse verbirgt.

 

Das Hierzuland.Info-Video über die Küssaburg

 

 

Informationen rund um die Küssaburg

 

Sommerstimmung auf der Küssaburg. Ein Panoramablick von den Burgmauern gen Westen. Bild: Hüfner
Sommerstimmung mit Sonnenuntergang auf der Küssaburg. Ein Panoramablick von den Burgmauern gen Westen. Bild: Hüfner

 

Homepage über die Küssaburg, auf der eine Beschreibung herunter geladen werden kann

• Die Wetterstation von meteomedia

• Der Gasthof am Fuß der Küssaburg

• Der „Schlosshof„, ein Biolandbetrieb

 

Mehr Hierzuland.Info:

Küssaburg im Internet

 

Und noch mehr Hierzuland.Info:

So präsentiert sich die Küssaburg den Besuchern, wenn sie den kurzen Anstieg vom Parkplatz hinter sich gebracht und die Vorburg passiert haben.

 

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Die gegen Belagerer gesicherte Ostfront der Burg. Bild: Hüfner

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mit zum Besuch der Küssaburg gehört für viele Besucher, hier eine kleine oder größere Grillparty zu veranstalten. Während Vereine, die hier gerne feiern, für den Abtransport ihrer Hinterlassenschaften sorgen, ist dies bei privaten Anlässen nicht immer üblich. Die Gemeinde Küssaberg stellt eigens einen Mitarbeiter, der sich um das Burgareal kümmert.

 

Das Burginnere an einem ganz normalen Besuchstag. Hier wurden bereits Hinterlassenschaften von Burgbesuchern zusammen getragen. Bild: Hüfner
Das Burginnere an einem ganz normalen Besuchstag. Hier wurden bereits Hinterlassenschaften von Burgbesuchern zusammen getragen. Bild: Hüfner

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Abgänge in die Kellergeschosse und Laufgänge der Burganlage sind für die Besucher gesperrt. Doch selbst diejenigen, die Schlüsselgewalt besitzen, wissen nicht immer ganze genau, welches Schloss sie mit ihrem großen Schlüsselbund öffnen können. Längst sind Torgitter und Schranken erneuert worden, gab es kleinere bauliche Veränderungen.

 

Brigitte Rossa vom Küssaburgbund öffnet die Türe zur Torstube. Bild: Hüfner
Brigitte Rossa vom Küssaburgbund öffnet die Türe zur Torstube. Bild: Hüfner

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach einem Burgbesuch bietet die Gaststätte am Fuße der Küssaburg Gelegenheit zur Einkehr. Mit dazu gehört nicht nur, dass die Spielmöglichkeiten jedes Jahr erneuert werden. Hasen und Kaninchen lassen sich dort füttern, Ziegen, Ponys und Esel erfreuen rund um die Anlage die Gäste.

 

Auf Kinder warten jedes Jahr neue Spielgeräte beim Gasthof unterhalb der Küssaburg. Bild: Hüfner
Auf Kinder warten jedes Jahr neue Spielgeräte beim Gasthof unterhalb der Küssaburg. Bild: Hüfner
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