Dane Vetter aus Jestetten ist vor allem durch seine Fotos von Veranstaltungen in der Region bekannt. Bild: Hüfner
Dane Vetter aus Jestetten ist vor allem durch seine Fotos von Veranstaltungen in der Region bekannt. Bild: Hüfner

 

Jestetten (hüf) „Im Sommer 2008, da hab ich das Interesse gefunden am Fotografieren“, erinnert sich Dane Vetter (29).

Der Jestetter ist heute bei Veranstaltungen in der Region Hausfotograf, seine Bilder werden weltweit im Internet angeklickt und auch schlichtweg geklaut.

Ob „Meet the Beat“ oder „Open Phone Sommernachtsparty“, Dane Vetter hat in den vergangenen Jahren die schönsten und spektakulärsten Momente auf und neben der Bühne fotografisch eingefangen.

Doch der Fotograf aus Jestetten nimmt noch andere Motive, als Bands und Publikum ins Visier. Landschaft und Stimmungen sind weitere Themen, die er durch seine Linsen fest hält.

Eine brennende Glühbirne. Bild: Dane Vetter
Eine brennende Glühbirne. Bild: Dane Vetter

Die Welt der Spiegelreflexkameras erkundet

Unter Tags ist er als Qualitätsprüfer in der Schweiz beschäftigt, die Fotografie betreibt er als Hobby. Das aber mit einem ganz professionellen Anspruch. „Ich bin sehr selbstkritisch“, meint Vetter und berichtet, dass er die sozialen Netzwerke des Internet 2.0 nutzt. Dort stellt er seine Arbeiten auf seiner Homepage „Linsenschuss“ vor, lässt sie kommentieren und holt sich das Fachwissen.

Facebook bietet da eine gute Funktion, um Meinung einzuholen“, erzählt er von seinen Erfahrungen und dass ihm das hilft, sich fotografisch weiter zu entwickeln. Wer die Massen an verwackelten und unscharfen Abbildungen kennt, die dort kursieren, mag es fast nicht glauben.

Auch Vetter begann mit einer „Kompaktknipse“, „aber sehr schnell habe ich fest gestellt, dass man an Grenzen kommt“, war seine Erfahrung. Das Leihgerät seines Vaters tauschte er schließlich gegen die erste selbst erstandene Spiegelreflexkamera. Eine Canon EOS 450 D, wie er zögerlich preis gibt.

„Mit Spiegelreflexkameras kann man mehr umsetzen und sie bieten mehr Möglichkeiten“, war seine Vorstellung, die sich bestätigte. Vetter ließ sich auf die Vielfalt der Wechselobjektive ein, kaufte, experimentierte und verkaufte.

Sonnenaufgang in Frankfurt. Bild: Dane Vetter
Sonnenaufgang in Frankfurt. Bild: Dane Vetter

Das Kamerastativ als Markenzeichen

„Learning by Doing“, sagt er und berichtet, wie er durch Foren und Fragen Tipps von erfahrenen Hobbyfotografen erhielt. So ziemlich alle Themenbereiche würden abgedeckt, dazu gebe es noch Videos mit Anleitungen, Blogs. Hinzu kam das Lesen von gedruckten Fachbüchern.

Daraus entwickelte er seine ganz persönliche Herangehensweise, seinen individuellen Stil. „Thematisch bin ich von der Motivauswahl her nicht fest gelegt“, sagt Vetter. Porträts, Landschaften, Architektur, Makro, Stilleben, Produktabbildungen, und Hochzeiten gehören mit zu seinem „Portofolio“. Für Porträts wurde er angefragt, dazu von Unternehmen. So meldete er seine Freizeitaktivitäten als Kleingewerbe an, denn das Finanzamt versteht hier keinen Spaß.

Ungewohnt für viele Fotografen ist Vetters Vorliebe für ein Stativ. Außer bei Porträts verzichtet er nur ungern darauf. „Das Motiv lässt sich so exakt einstellen“, lautet seine Begründung. Auch dass sich der Bildausschnitt so überlegter wählen lässt. Mehrere Aufnahmen mit unterschiedlichen Werten für Belichtung und Brennweite vom gleichen Standpunkt aus sind möglich.

Wasserstrudel hinter Glas. Bild: Dane Vetter
Wasserstrudel hinter Glas. Bild: Dane Vetter

Das Licht beherrschen

Das kommt ihm entgegen, denn Vetter hat keine Berührungsängste, wenn es um die anschließende Bearbeitung geht. „Ich werde gerne künstlerisch tätig“, begründet er das. Der Anteil der Bildbearbeitung sei sehr unterschiedlich. Besonders bei Landschaftsaufnahmen setzt er auf die Möglichkeiten von Computersoftware. Um Stimmung und Bildwirkung zu intensivieren, lautet seine Begründung. Dokumentation liegt ihm fern. Manipulation gibt er den Vorzug, denn er will die Bilder in seinem Kopf umsetzen.

Das geht aber nicht ohne Licht. Ohne Beleuchtung kann Fotografie nicht funktionieren und deshalb ist die Blitztechnik für Vetter ein Thema, das er nicht vernachlässigt. In der Natur beobachtete er das, übertrug es in sein Studio. Mit Tageslichtlampen experimentierte er, erweiterte das, bis er „die volle Kontrolle übers Licht“ erhielt. Inzwischen nimmt er Teile davon mit, wenn er unterwegs ist, um nicht vom Tageslicht abhängig zu sein. „Da kann man auch bei schlechtem Wetter gute Hochzeitsfotos machen“, ist seine Erfahrung.

Auch auf den Open Airs hat er seine „Soft Box“ mit dabei, einem Aufsatz auf seinem Blitzgerät. Die Ergebnisse sind professionell, aber es kostet Vetter Überwindung, Menschen anzusprechen, dass sie sich damit fotografieren lassen.

Der Rheinfall im Mondlicht. Bild: Dane Vetter
Der Rheinfall im Mondlicht. Bild: Dane Vetter

Ausdauer und Experimentieren

Die Präsentation seiner Bilder ist für Dane Vetter noch nicht so wichtig, als dass er ganz konkret dazu Auskunft geben kann. Er hat hier in der Vergangenheit ebenfalls experimentiert: Ausdrucke auf Plexiglas, auf Leinwand, auf Fotopapier. Im September darf er in Zürich erstmals seine Fotografien zeigen. Er behält für sich, an welchem Ort. macht sich eher Gedanken über die Auswahl, mehr noch über die Präsentation.

Verstecken muss er sich auf keinen Fall mit seinen Aufnahmen. Seit 2008 hat Vetter Bilder geschaffen, die nicht nur die Region um Jestetten in völlig unbekanntem Licht zeigen. Die Vielfalt an Motiven und ihre Darstellung dürfte viele unterschiedliche Betrachter ansprechen. Die brauchen ob der Qualität seiner Bild nicht gleich die Kamera ins Korn zu werfen. Vetters Beispiel zeigt, dass Ausdauer zu wirklich eindrücklichen Bildern führen kann, wenn das Interesse vorhanden ist.

 

Mehr Hierzuland.Info:

Fotofreak und Bildgestalter

Advertisements