glosseJestetten (hüf) Die Räumlichkeiten der Paintball-Anlage in der früheren Tennishalle im Jestetter Industriegebiet wurden am Montag von Zöllnern durchsucht. Dabei ging es um den Verdacht der Schwarzarbeit und des Verstoßes gegen das Waffengesetz.

Zu dem Vorgang haben sich Gemeinderat Raimund Hartmann und ein weiterer Kommentator unter Pseudonym zu Wort gemeldet. Beide sind der Ansicht, dass der Jestetter Gemeinderat „diesen Unsinn“ von Anfang an verbieten wollte, ihm aber die Hände gebunden gewesen seien.

Fakt ist zuerst einmal, dass die Behörden hier lediglich auf Verdacht eine Durchsuchung der Räumlichkeiten vorgenommen haben. Hier gilt die Unschuldsvermutung. Ob es zu einer Anklage kommt, entscheidet die Staatsanwaltschaft, ob die berechtigt ist, ein Gericht.

Auch die Klärung, wer derzeit die Verantwortung für die Paintball-Anlage trägt, war Hintergrund der Aktion, wie eine Pressesprecherin der Finanzverwaltung erläuterte.

Genau das war kürzlich erst im Jestetter Gemeinderat unter dem Tagesordnungspunkt „Verschiedenes“ gefragt worden. Eine exakte Antwort darauf konnte die Rathausverwaltung nicht geben.

Am Montag durchsuchten Zöllner die Räumlichkeiten der Paintball-Anlage in Jestetten. Bild: Gerry Klaus
Am Montag durchsuchten Zöllner die Räumlichkeiten der Paintball-Anlage in Jestetten. Bild: Gerry Klaus

Die Feststellung in dem Kommentar, dass der Gemeinderat Jestetten keinen Einfluss auf den Betrieb einer Paintball-Anlage hatte, ist mit einem Fragezeichen zu versehen. In der Gemeinde Klettgau waren die Rahmenbedingungen für eine Verhinderung jedenfalls vorhanden.

Im Dezember 2007 gab es dort im Gemeinderat die Bauvoranfrage eines Investors, der durch die Ratsgremien der Region tingelte, um einen Standort zu finden. Im Klettgauer Ortsteil Geißlingen hatte er eine leerstehende Möbelhalle gefunden, die sich für eine Paintball-Anlage anbot.

Im Ratsgremium fanden sich einige Fürsprecher, dennoch wurde die Anlage in Geißlingen nie realisiert. Es handelte sich ebenfalls um ein Industriegebiet und eine Sportstätte wäre zulässig gewesen. Allerdings setzte die Gemeindeverwaltung auf den Bebauungsplan, der ihr eine Handhabe bot. Den änderte der Gemeinderat und verbot Sport- und auch gleich noch Vergnügungsstätten.

Bis solch ein Verfahren zum Abschluss kommt, geht einige Zeit ins Land. Also beschloss er in den Beratungen der Bauvoranfrage postwendend eine Veränderungssperre. In einer späteren Sitzung folgte dann ebenfalls getreu den gesetzlichen Vorgaben die Bebauungsplanänderung.

In den Bürgerinformationsveranstaltungen der Gemeinde, die bald darauf folgten, durften die Verwaltung und der Gemeinderat zu dem Vorgehen dann ein kräftiges Lob aus der Bevölkerung einstreichen.

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