Panoramablick von der Löhr nach Neuhausen. Bild: Hüfner

 Panoramablick von der Löhr nach Neuhausen. Bild: Hüfner

 

Jestetten (hüf) Es gehört mit zum guten Brauch in Jestetten, das alljährliche Feuerwerk am Rheinfall anzusehen. Meist aus der Ferne, selten direkt am Rheinfallbecken.

Einer der Orte, die einen guten Blick auf die explodierenden Schwarzpulverraketen bieten, ist die Löhr zwischen Jestetten und Altenburg.

Wie Boris Hoffmann, Oberdüfel der Abteilung des Jestetter Narrenvereins, sich erinnert, kamen einige der Narren privat zu diesem Ereignis zusammen, um sich das Schauspiel am nächtlichen Himmel anzusehen.

Mit im Gepäck hatten sie Verpflegung und das weckte bei den anderen Feuerwerkzuschauern Begehrlichkeiten. Was lag näher, als im Folgejahr einen Stand mit Essen und Trinken aufzubauen. „Probieren wir´s mal“, habe die Devise gelautet.

 

Boris Hoffmann, Vorsitzender der Jestetter Düfelsgilde zusammen mit seinem Stellvertreter Andreas Prescher. Bild: Hüfner
Boris Hoffmann, Vorsitzender der Jestetter Düfelsgilde zusammen mit seinem Stellvertreter Andreas Prescher. Bild: Hüfner

 

Nun war es bereits das achte Mal, dass auf der Löhr Sitzgelegenheiten und ein Verkaufsstand von den „Düfeln“ aufgebaut wurde. „Um die Vereinskasse aufzubessern“, so Hoffmann.

Eingeladen hatten sie nur mit einem kleinen Hinweis im Terminkalender der Gemeinde. „Wir wollen es nicht so groß“, meinte Hoffmann. Dennoch finden sich Jahr für Jahr mehr Gäste ein.

Zehn Mitglieder stellten sich hinter die Theke und an den Grill, während sich die Besucher aus beiden Ortsteilen und aus der Umgebung gerne bedienen ließen. Über einhundert Personen waren gekommen und unterhielten sich prächtig ohne weiteres Programm oder gar musikalischer Beschallung.

 

Die Gäste genossen den Sonnenuntergang und die Zeit bis zum Beginn des Feuerwerks. Bild: Hüfner
Die Gäste genossen den Sonnenuntergang und die Zeit bis zum Beginn des Feuerwerks. Bild: Hüfner

 

Um fünf Minuten vor 22 Uhr richteten sich die Blicke alle gen Osten, als über dem im Tal liegenden Rheinfall die ersten Raketen aufstiegen. Witzige bis bissige Kommentare gab es zu hören. Bald herrschte fast durchgängiges Schweigen angesichts der bunten Feuerbilder, die nur sekundenlang über der Landschaft standen.

Nach 15 Minuten war das Spektakel schließlich vorbei – so jedenfalls die einhellige Meinung und auch, dass es im vergangenen Jahr viel länger gedauert habe. Dann jedoch stiegen noch einmal Raketen auf und es stand fest, dass auch in diesem Jahr nicht an Aufwand jenseits der Grenze gespart wurde.

Als nach einer halben Stunde endgültig das Ende des Feuerwerks fest stand, brandete Applaus auf, den zwar sicher nicht die Feuerwerker am Rheinfall hörten. Aber es war die Bestätigung für den Spaß, den die Zaungäste auf der Löhr dabei hatten.

 

Kurz vor 22 Uhr begann das Feuerwerk am dem Rheinfall. Bild: Hüfner
Kurz vor 22 Uhr begann das Feuerwerk am Rheinfall. Bild: Hüfner

 

Dass es sich bei dem Feuerwerk eigentlich um eine politische Manifestation handelte, war ihnen wohl weniger bewusst. Schließlich fand es am Vorabend des 1. August, des eidgenössischen Nationalfeiertags, statt.

Unter den Zuschauern auf der Löhr befand sich der Vorsitzende des Schweizervereins „Helvetia“ Jestetten und Umgebung, Bruno Auf der Maur. Den Nationalfeiertag begehen seine Mitglieder und er aber nicht. Sie hatten bereits am vorletzten Wochenende einen privaten „Sommerhock“. Aus Erfahrung, denn am 1. August seien viele von ihnen irgendwo unterwegs.

Früher sei er noch zur Rheinfallbeleuchtung gegangen, doch sonst habe er wenig von dem Nationalfeiertag mitbekommen.

 

Weithin sichtbar waren die explodierenden Rakten. Bild: Hüfner
Weithin sichtbar waren die explodierenden Rakten. Bild: Hüfner

 

Im Gespräch mit Auf der Maur deutlich, dass der hochoffizielle Charakter eines Nationalfeiertags nicht unbedingt so von allen Schweizern gesehen wird. Ähnlich wie in Deutschland, sei das ein bezahlter Feiertag.

In Jestetten sind daher am 1. August viele Pendler an einem Wochentag zuhause. In den örtlichen Geschäften werden sie aber nicht zu sehen sein. An solch einem Tag gehen sie, wie Auf der Maur erzählt, sicher nicht Einkaufen.

 

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