Das frühere gemeinsame Domizil von Bauhof und Freiwilliger Feuerwehr im Jestetter Industriegebiet. Bild: Hüfner
Das frühere gemeinsame Domizil von Bauhof und Freiwilliger Feuerwehr im Jestetter Industriegebiet. Bild: Hüfner

Jestetten (hüf) Das Feuerwehrgerätehaus in Jestetten wird deutlich teurer, als ursprünglich veranschlagt.

Im Dezember 2009 debattierte der Gemeinderat über ein Projekt, das 1,55 Millionen Euro kosten sollte. Die Schlussrechnung, die jetzt von Bürgermeisterin Ira Sattler und Architekt Jürgen Osswald vorgelegt wurde, beläuft sich auf 1,93 Millionen Euro. Das sind Mehrkosten von bald einem Viertel der ursprünglichen Summe.

Der Gemeinderat akzeptierte die Kostenüberschreitung von rund 240 000 Euro in seiner jüngsten Sitzung einstimmig und genehmigte die überplanmäßigen Ausgaben.

Zu optimistische Kostenschätzung

Dass die Mehrausgaben bedauerlich seien, räumte Sattler ein, aber „kein Drama“. Einsparungen bei der Beschaffung von Einsatzfahrzeugen von 40 000 Euro und außerplanmäßige Mehreinnahmen bei der Gewerbesteuer von 286 000 Euro decken nach ihrer Auskunft den Zusatzbetrag für den Feuerwehr-Neubau.

40 000 Euro bekommt Architekt Osswald für Planungskosten. Sie entstanden im Vorfeld der Entscheidungsfindung für drei Optionen. Die eine für die Erweiterung von Feuerwehr- und Bauhof, Dann mit einem zusätzlichen Außenlager und dann noch der Neubau für die Feuerwehr.

„Die Entscheidung für den Neubau war richtig“, lautet heute das Urteil der Bürgermeisterin. Selbstkritisch räumt sie ein, dass die Kostenschätzungen zu optimistisch gewesen wären. Auch Osswald gibt zu: „Die Kommunikation ist verbesserungsfähig“. Gemeint ist damit, dass der Gemeinderat von den Kostensteigerungen lange nichts erfuhr.

Mehrkosten auch durch Änderungen bei der Elektroausstattung

Oliver Roller, Leiter des Ortsbauamts, berichtete in der Sitzung des Gemeinderats, dass erst im Mai letzten Jahres die Mehrausgaben von 60 000 Euro für die Außenanlagen festgestellt wurden. Bis dahin sei die Verwaltung der Ansicht gewesen, dass die Kosten eingehalten würden, bekräftigte Sattler und wies später in der Sitzung des Gremiums darauf hin, dass „die Vergaben kaum am Gemeinderat vorbei gegangen sind“.

Ein Parkplatz unter freiem Himmel ist für Feuerwehrfahrzeuge nicht unbedingt geeignet. Bild: Hüfner
Ein Parkplatz unter freiem Himmel ist für Feuerwehrfahrzeuge nicht unbedingt geeignet. Bild: Hüfner

„Da draußen ist kein Euro zu viel ausgegeben worden“, lautet das Fazit von Osswald, der den Gemeinderatskollegen die Details erläuterte. Entgegen der ursprünglichen Absichten, sei es nicht möglich gewesen, die Telefonanlage der Feuerwehr in das neue Gebäude zu übernehmen. Veränderungen bei der Elektroausstattung hätten zudem die Kosten erhöht.

Diskussion über Details

Regenrückhaltung, mehr Gärtnerarbeiten, Hangverbauung oder die Beleuchtung mit moderner LED-Technik im Außenbereich hätten zu mehr Ausgaben geführt. Wandmalerei und Alarmierungsdisplay waren mit 48 000 Euro budgetiert. Hierfür sei eine Spende von 10 000 Euro eingegangen. Während der Bauzeit, so informierte Osswald, habe es zudem eine Steigerung von 5,4 Prozent bei den Kosten der bauausführenden Unernehmen gegeben.

Konrad Schlude meinte in der Diskussion „es ist nicht schön“, zu der Kostensteigerung. Für ihn ist es sinnvoll, Feuerwehr und Bauhof zu trennen. Raimund Hartmann hielt es für wichtig, dass die Technik auf dem neuesten Stand ist. Angelika Hämmerle gestand, sie sei über die Kostensteigerung von 24 Prozent erschrocken gewesen und fragte nach den Zuschüssen. Sattler nannte 300 000 Euro aus dem Ausgleichsstock und 150 000 Euro aus der Fachförderung. Stefan Bierwagen stellte fest: „Wir haben was Gscheits“. Henry Brückel fragte nach den „inneren Verrechnungen“ und Michael Läule wunderte sich über die nach seiner Ansicht fehlenden Informationen durch die Verwaltung.

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