Am 22. September findet die Bürgermeisterwahl in Jestetten gleichzeitig mit der Bundestagswahl statt. Bild: Hüfner
Am 22. September findet die Bürgermeisterwahl in Jestetten gleichzeitig mit der Bundestagswahl statt. Bild: Hüfner

Jestetten (hüf) „Wichtig ist, dass eine Wahlalternative auf dem Stimmzettel steht“, begründet Michael König seine Bewerbung zur Kandidatur für das Bürgermeisteramt in der Gemeinde Jestetten.

Wie auf Hierzuland.Info berichtet, ist der 42-jährige Architekt aus dem niedersächsischen Harsfeld nach Ira Sattler der zweite Bewerber.

Ihm geht es darum, dass Wähler die Möglichkeit haben, auf dem Stimmzettel neben dem „Ja““ zu einem beliebigen Kandidaten auch ein „Nein“ anzukreuzen. „Es ist alles etwas paradox und ungewöhnlich“, räumt er ein. Ziel sei es, Macht zu entziehen.

Als stellvertretender Bundesvorsitzender und Mitbegründer der Kleinpartei „Nein!-Idee“ reduziert er das Parteiprogramm auf zwei Punkte: Selbstbestimmung und Volksabstimmung.

Bei der Kandidatur gehe es nicht um seine Person, „sondern ums Prinzip“. „Wir bündeln die Nein-Stimmen“, erläutert König das Antreten seiner Partei bei Wahlen. Durchaus mit Erfolg, wie sich in Hohberg in der Ortenau zeigte. Dort kam König auf mehr als 15 Prozent der abgegebenen Stimmen.

Michael König ist nach Amtsinahberin Ira Sattler der zweite Bewerber um das Amt des Bürgermeisters in Jestetten. Bild: König
Michael König ist nach Amtsinhaberin Ira Sattler der zweite Bewerber um das Amt des Bürgermeisters in Jestetten. Bild: König

Auf Jestetten bezogen meint er: „Jeder der hier wohnt, sieht, ob es Probleme gibt und dafür hat er als Alternative mich.“ Dass ihn die Wähler aber jemals persönlich zu sehen bekommen, ist eher unwahrscheinlich. „Ich werde hier bleiben in Harsfeld“, erklärt er. Auf die Frage, ob er bei der Kandidatenvorstellung anwesend sein wird, antwortet er kategorisch: „Mit Sicherheit nicht“.

Wie er ausgerechnet im höchsten Norden von der Bürgermeisterwahl im äußersten Süden erfahren habe, das liege an der öffentlichen Ausschreibung der Bürgermeisterstelle. Im Gegensatz zu anderen Bundesländern seien die Hürden in Baden-Württemberg nicht so hoch. Das Kommunalwahlrecht lasse eine Kandidatur ohne viel Aufwand zu.

So kommt es, dass eine ganze Liste von Mitgliedern der „Nein!-Idee“ existiert, die in letzter Zeit bereits bei Bürgermeisterwahlen in Baden-Württemberg antraten. Er selbst kandidiert momentan unter anderem noch in Vöhrenbach und Unterkirnach im Schwarzwald-Baar-Kreis, in Schrießheim bei Heidelberg. Angetreten ist König auch in Rickenbach, wo ein Nachfolger für Norbert Moosmann gesucht wurde. Im ersten Wahlgang bekam König gerade zwei Stimmen, beim zweiten Wahlgang trat er gar nicht mehr an.

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