Der Bildungsexperte der SPD-Landtagsfraktion, Christoph Bayer. Bild: Privat
Der Bildungsexperte der SPD-Landtagsfraktion, Christoph Bayer. Bild: Privat

Jestetten (PM Spd) „Schule in Bewegung“, unter diesem Titel referierte der Bildungsexperten der SPD-Landtagsfraktion, Christoph Bayer, in Jestetten auf Einladung des Ortsvereins der Partei.

Er zeigte die Schwerpunkte der grün-roten Landesregierung in der Bildungspolitik auf. Kinder und Jugendliche sollen gemäß ihrer Begabung und unabhängig von ihrer sozialen Herkunft den bestmöglichen Bildungsabschluss erreichen, heute sei jedoch der Schulerfolg immer noch abhängig von der sozialen Herkunft. Dies zeigten auch die Zahlen der Nachhilfekosten in Baden-Württemberg. 131 Euro pro Monat gäben Eltern für Nachhilfe in Baden-Württemberg aus, so viel wie in keinem anderen Bundesland. Der Schulerfolg müsse dringend abgekoppelt werden von der sozialen Herkunft, daher fließe die Erhöhung der Grunderwerbssteuer in den Bereich Bildung und Betreuung.

Trotz des Rückgangs von rund 51 000 Schülerinnen und Schülern sind Christoph Bayer zufolge im Schuljahr 2012/13 4 700 Lehrerinnen und Lehrer eingestellt worden, hiervon 200 Stellen für Krankheitsvertretungen. Nach eineinhalb Jahren Regierungszeit sei es nicht möglich, schon alles im Schulbereich erledigt zu haben, betonte der Referent, der einräumte, dass man bei der Weiterentwicklung der Schullandschaft noch nicht am Ende sei. Eine regionale Schulentwicklungsplanung sei der Grundstock für alle Weiterentwicklungen.

Es gelte, die Schule von unten zu entwickeln. Schwerpunkte im Elementarbereich lägen bei Kindertagesstätten Ausbau und Tagespflege. In der Schule gehe es um die Weiterentwicklung der Ganztagsschule und der Gemeinschaftsschule. Langfristig sehe man ein Zwei-Säulen-Modell, wobei die eine Säule aus der heutigen Grund-, Haupt- und Realschule bestehe, die zweite Säule bildeten die allgemeinbildenden und beruflichen Gymnasien.

Mit der Unterzeichnung der UN-Konvention sei es eine wichtige Aufgabe, behinderte und nicht behinderte Kinder gemeinsam zu unterrichten. Die Inklusion werde im Schulgesetz verankert. Man sei sich aber bewusst, dass dies in vernünftigen Schritten zusammen mit den Lehrern, Eltern und Schulträgern organisiert werden müsse.

Gute Schule wachse von unten, und funktionierende Schule könne nur gemeinsam mit Lehrern, Eltern und dem Schulträger organisiert werden, nicht an den Beteiligten vorbei. Der Referent sieht die Gemeinschaftsschule, die ein Angebot in der Schullandschaft sein soll, auch vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung. Es sei wichtig, dass vor Ort alle Beteiligten die Weiterentwicklung ihrer Schulen gemeinsam vorantreiben. „Wer jedoch nicht weiß, wohin er will, wird dann von außen organisiert“, betonte Christoph Bayer. Karin Rehbock-Zureich wies auf die diesbezüglich besondere Lage des Zollausschluss-Gebietes hin. „Man erwarte flexible Möglichkeiten in einer besonderen Region.“

In der Diskussion wurde insbesondere nach den Vorgaben einer Gemeinschaftsschule gefragt, wie etwa die durchgängige Zweizügigkeit. Christoph Bayer wies darauf hin, dass durchaus flexible Lösungen möglich seien, die im ländlichen Raum eine besondere Rolle spielten. Rita Schwarzelühr-Sutter verwies auf die gesamtgesellschaftliche Aufgabe im Bildungsbereich, und dass es wichtig sei, das Kooperationsverbot aufzuheben, demzufolge der Bund sich nicht in den Bildungsbereich der Länder einbringen darf.  „Diese gesamtgesellschaftliche Aufgabe muss von Bund, Land, Kreis und Gemeinde gemeinsam gelöst werden“, so die Bundestagsabgeordnete.

Abschließend ermunterte Christoph Bayer die Anwesenden, sich der Situation vor Ort zu stellen und das Bestmögliche für die Entwicklung im Zollausschlussgebiet herauszuholen.

Irmgard Bäumle, Erste Vorsitzende der SPD Jestetten-Altenburg, dankte dem Referenten für die Information mit einer Flasche Wein aus der Nachbarschaft Lottstetten-Nack.

 

Mehr Hierzuland.Info:

Wenn die Genossen feiern

Advertisements