Wolfgang Kairies (von links), Daniel Massler und Rodney Rehm bei den Vorbereitungen für das Open Air "Meet the Beat" auf dem Birret. Bild: Hüfner
Wolfgang Kairies (von links), Daniel Massler und Rodney Rehm bei den Vorbereitungen für das Open Air „Meet the Beat“ auf dem Birret. Bild: Hüfner

Region Klettgau (hüf) Am Freitag beginnt um 20 Uhr das zweitägige Open Air „Meet the Beat“ mit der Band „My Sick Story“.

Die Vorbereitungen dafür laufen auf Hochtouren und Hierzuland.Info unterhielt sich mit den Akteuren. Die sind heute dabei, vor allem Material an den Veranstaltungsort auf dem Birret zum ehemaligen Sportplatz des FC Lottstetten zu transportieren.

Am Mittwoch werden dort dann Zelte und Pavillons aufgebaut, am Donnerstag ist die Bühnentechnik an der Reihe und am Freitag heißt es, Kühlschränke und Vorratsbehälter füllen.

Zum 23. Mal absolvieren Freiwillige dieses Programm, das inzwischen ausgetüftelt und logistisch optimiert ist. „Das Hauptstresspotenzial ist, wenn man beim Aufbau rumsteht“, sagt Rodney Rehm, einer der Hauptakteure. So werden die Biergartengarnituren bereit gestellt, bevor es an den Aufbau des Hauptzeltes geht. Auch die Beanspruchung der vielen Helfer soll möglichst ausgewogen sein, so dass hier ein Wechsel stattfindet.

Zwar wird tonnenweise Material wie Generatoren, Wasser, oder Zäune bewegt, in Lottstetten selbst bekommt die Bevölkerung dennoch so gut wie nichts davon mit, denn die Transportwege verlaufen praktisch alle außerhalb des Ortes.

Am Donnerstag dürften die Bewohner des Dietenbergs allerdings eine gigantische Lichtshow geboten bekommen, und der Soundcheck wird ebenfalls nicht unbemerkt bleiben. Alles Voraussetzungen dafür, dass der Start am Freitag dann reibungslos klappt.

Wenig wird dem Zufall überlassen. Der Pächter des Wiesengrundstücks, das der Gemeinde Lottstetten gehört, hat sein Heu gemacht. Nicht nur im Festival-Bereich ist das Gras kurz gemäht, ebenso auf dem Gelände, das zum Zelten dient.

Ebenso sind die Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Mit den örtlichen Landwirten besteht eine Vereinbarung, wie Wolfgang Kairies berichtet, dass die ihre Tanks gefüllt bereit stehen haben, so dass bei einem Brandausbruch genügend Wasser von Anfang an vorhanden ist.

In schwindelnden Höhen müssen die Installationen angebracht werden. Bild: Hüfner
In schwindelnden Höhen müssen die Installationen angebracht werden. Bild: Hüfner

Eine eigens angestellte Security wird sich um einen reibungslosen Verlauf kümmern und die Polizei ist entsprechend über die Veranstaltung informiert. Ein Bereitschaftsdienst des DRK gehört ebenfalls mit zum Sicherheitskonzept.

Nicht minder wichtig ist die Versorgung mit Nachschub bei Essen und Trinken. Im Vergleich mit anderen Vereinsanlässen im Ort rangiert das Open Air nicht ganz an der Spitze, aber 1 000 Brötchen, die der örtliche Bäcker liefert, ist schon ordentlich. Genau so profitiert die Metzgerei aus dem Ort von dem Musikspektakel auf dem Birret, ebenso wie der Getränkehandel. Die Open-Air-Besucher, die hier ihre Zelte aufschlagen, finden zusätzlich noch den Weg in den Ort, wenn sie sich nach ihren eigenen Vorstellungen versorgen wollen.

„Meet the Beat“ mag zwar nicht der ganz große Wirtschaftsfaktor für Lottstetten oder gar Jestetten sein, doch es trägt beispielsweise mit zur Auslastung der Hotelbetten bei.

Musik, das ist durchaus „Business“. Gerade die größeren, bekannteren Bands sind Profis. Das heißt, dass sie von ihren Auftritten leben. Sie reisen mit einem „Nightliner“ an, einem Bus, der ein rollendes Zuhause darstellt, an die Strom- und Wasserversorgung angeschlossen werden kann und so einen gewissen Komfort unterwegs bietet.

Bei „Meet the Beat“ werden solche rollenden Unterkünfte bei der Gemeindehalle geparkt. Andere, weniger komfortabel ausgestattete Bands, sind hingegen die Nutzer der Hotelbetten.

Allen gemein ist, dass sie auf einer Holzbühne auftreten. Ein durchaus ungewöhnliches Ambiente, wie Kairies erläutert. Die steht das Jahr über in der Landschaft, wird schon einmal von der altkatholischen Gemeinde für einen Gottesdienst im Freien genutzt. Aber sie ist durchdacht, „abgeschaut von den Profis“, schwärmt Kairies, und für den schnellen Auf- und Abbau des Equipments der einzelnen Bands geeignet.

So sehen zufriedene Besucher aus. Bild: Hüfner
So sehen zufriedene Besucher aus. Bild: Hüfner

Spätestens nach dem Auftritt wissen die Bands, dass sie nicht unbedingt an einem urigen, aber dafür eher intimen Open Air dabei sind. Oft genug se es passiert, dass die Musiker nach ihrem Auftritt in der Bar landeten und dort mit den Gästen noch vergnügliche Stunden verbrachten.

Nicht nur beim Auftritt springt bei „Meet the Beat“ der „Funke“ über, sondern auch hinterher, und zwar für die Musiker genau so, wie für die Besucher.

Mehr noch: Die Veranstalter erzählen Geschichten davon, wie sie den Tour-Bus bekannter Bands fast eine Stunde lang vergeblich in Lottstetten suchten, weil diese die falsche Einfahrt in den Ort genommen hatten. Oder dann gibt es Geschichten darüber, wie der private Fahrdienst mit einer Sängerin zum Physiotherapeuten unterwegs war, während der Rest der Band entspannt im Rhein badete.

„Wir schaffen es, mit unseren Pkws mehrere hundert Kilometer zwischen dem Openair-Gelände und dem Dorf zurück zu legen“, schmunzelt Rehm. Das kann dann ganz einfach nur ein Stecker sein, wegen dem ein wenig von der Tankfüllung verfahren wird.

Zelten gehört bei "Meet the Beat" mit zum vollumfänglichen Genuss des Open Airs. Bild: Hüfner
Zelten gehört bei „Meet the Beat“ mit zum vollumfänglichen Genuss des Open Airs. Bild: Hüfner

Ob es 2013 etwas Neues gibt, auf diese Frage fällt den Akteuren auf Anhieb nichts ein, abgesehen von den Bands, die auftreten werden. Dann ist es das neue Zelt, das an der Bar aufgebaut wird. Auslöser dafür waren die Regenschauer bei den Konzerten der vergangenen Jahre. Rehm schaut sich auf seinem I-Phone die Wetterdaten an, verkündet, dass beim Aufbau vielleicht ein Gewitter nahen könnte.

„Meet the Beat“ im Jahr 2013 erwartet allerdings eine überaus sommerliche Wetter-Prognose. Was daraus wird, muss sich zeigen. Darin mag sich zeigen, was Kairies sagt und was wie ein Motto für das ganze Open Air zu gelten scheint: „Das entwickelt sich so“

Mehr Hierzuland.Info:

„Meet The Beat“ zum 23. Mal

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