Filmemacher Dieter Marcello (links) und die Geschäftsführerin der Klettgau-Galerie, Katharina Lutter vo einem Bild der Künstlerin Ola Eibl. Bild: Hüfner
Filmemacher Dieter Marcello (links) und die Geschäftsführerin der Klettgau-Galerie, Katharina Lutter vor einem Bild der Künstlerin Ola Eibl. Bild: Hüfner

Klettgau-Grießen (hüf) Es ist ja nicht so, dass Wiederholungen immer gefallen. Zumal, wenn sie kurz aufeinander folgen. Dass es aber durchaus Ausnahmen geben kann, überrascht um so mehr.

Die Klettgau-Galerie in Grießen zeigt nun bereits zum zweiten Mal Arbeiten der Berlinerin Ola Eibl. Anfang des Jahres waren es vor allem großformatige Ölbilder. Sie erinnerten an Landschaften, geizten nicht mit Farbe.

Vom 14. Juli weg sind nun Grafiken der 1981 geborenen Künstlerin in Grießen zu besichtigen.

Zwischen der sachlichen Architektur des Galerie wirken die länglichen Büttenblätter fast verloren. Mit Klammern sind sie an den weißgestrichenen Raumteilern befestigt und es scheint fast, als seien hier Textilien zum Trocknen aufgehängt.

Die Grafiken von Eibl schreien nach Nähe, rufen den Betrachter zu sich. Erst die Verringerung der Distanz lässt aus den eher unbestimmten Formen, den ausgefransten Papieren, ein Bildnis entstehen, das zu sprechen beginnt.

In kräftigem Schwarz sind die Rahmen auf das leicht gelbliche Papier aufgedruckt. Erinnerungen an japanische Holzschnitte oder chinesische Stempel blitzen auf. Sind es zufällige Quetschränder, überdimensionierte Zeichenfederlinien?

Keineswegs, denn die in Strichätztechnik hergestellten Druckplatten lassen haarfeine Details zu. Und genau aus denen bestehen die vielfältigen Motive. Akribisch genaue Darstellungen wechseln mit flächigen Elementen ab.

Wasser, Pflanzen, Gebäude – ein ganzes Panoptikum von natürlichen Objekten wird von Eibl hier ausgebreitet, von Nahsicht bis Fernsicht. Ein Schiff segelt über den Horizont, Rauch mäandert in den Himmel.

Eine weitere Serienarbeit sind die Studien über die Fünf Sinne, ausgeführt mit Tusche, gerahmt hinter Glas. Ihnen ähnlich, die Bleistiftzeichnungen, auf denen baumartige Gestalten über das Zeichenpapier huschen, als sei das Projektionsfläche für Traumsequenzen.

Eine recht ungewöhnliche Ergänzung erfahren Eibls Druckgrafiken durch einen Dokumentarfilm über den Literaten Hermann Hesse, der ebenfalls in der Klettgau-Galerie zu sehen ist. Er stammt von Filmemacher Dieter Marcello aus Marbach.

Die Künstlerin verbindet viel mit den Romanen und Gedichten des Schriftstellers. „Der innere Kampf zwischen schwarz und weiß steht in jedem Buch im Vordergrund. Die immerwährende Spannung erzeugt Bewegung, Verwandlung und Integration“, beschreibt Eibl ihr Verhältnis zu dem schwäbisch-Schweizerischen Nobelpreisträger.

Der Filmemacher führt in dem knapp halbstündigen Film die Person des Dichters und seine Lebensstationen vor. Nicht nur, dass er aus dem Fundus des Marbacher Literaturarchivs schöpft. Gleichfalls benutzt er die Bildsprache, mit der er weitere Assoziationsräume eröffnet.

Zu sehen sein wird der Dokumentarfilm bei der Vernissage „Film und Kunst“, am Freitag, 19. Juli um 19 Uhr.

Ola Eibl: Ausstellung in der Klettgau-Galerie

Industriestraße 6
79771 Klettgau-Grießen

Telefon: 07742/9228406
Fax: 07742/8586528
E-Mail: info@klettgau-galerie.de

Öffnungszeiten:
Sonntags: 14 bis 17 Uhr (nicht im August)
und nach Vereinbarung.

Link zur Homepage der Klettgau-Galerie

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