Die Jestetter Hauptstraße im letzten Herbst vor dem Umbau des früheren Autohauses. Bild: Hüfner
Die Jestetter Hauptstraße im letzten Herbst vor dem Umbau des früheren Autohauses. Bild: Hüfner

Jestetten (hüf) Die Werbeanlage eines Filialbetriebs für Hörgeräte samt Brillenangebot nahm im Jestetter Gemeinderat breiten Raum ein. Letztlich kam es bei der Abstimmung zu einem Patt, so dass die Fassadenwerbung nur im Rahmen der bestehenden Satzung gestaltet werden darf.

Seit April ist in den umgebauten Räumen des früheren Autohaus Fritz in der Hauptstraße in Jestetten ein Hörgeräteakustiker daheim, der zudem Brillen anbietet. Bürgermeisterin Ira Sattler legte dem Gemeinderat nun dessen Antrag vor, an dem Gebäude Werbebeschriftungen anzubringen.

Das war allerdings schon die abgespeckte Version. Ursprünglich war der Wunsch des Unternehmens, fast auf die gesamte Länge des Gebäudevorsprungs gestaltete Werbetafeln zu montieren. Das jedoch stand im Widerspruch zur Gestaltungssatzung, die der Gemeinderat vor einigen Jahren beschlossen hatte. Das mit der Absicht, eindeutige Regelungen zu schaffen.

Ein Grund war, dass ein China-Restaurant gerne einen Panda auf der Fassade seines Lokals gesehen hätte. Zwei Drittel der Hausfront, maximal 70 Zentimeter hoch, so lautet die Vorgabe der Satzung, wie Sattler erläuterte.

Dass nun Fenster zugeklebt werden, auf ihnen weitere Beschriftungen erfolgen, all das ist konform mit den rechtlichen Vorschriften. Auch auf der Umwehrung dürfen 70 Zentimeter für Werbefläche genutzt werden. Sogar eine Toleranz von zehn Prozent hatte der Gemeinderat beim Erlass der Satzung eingeräumt.

„Man kann nicht durch Vorschriften alle Lebenssituationen regeln – dafür gibts Ausnahmen“, ließ Sattler den Gemeinderat wissen.

Der debattierte leidenschaftlich über die eventuellen Absichten und Zulässigkeiten, unbeeindruckt davon, dass die Bürgermeisterin es den Vorschlag unterbreitete, dem Antragsteller zu erlauben, wenigstens die 85 Zentimeter Höhe der vorhandenen Umwehrung des Gebäudes zuzugestehen, damit die Werbefläche wenigstens bündig abschließt.“Ganz praktisch wird der Bauherr machen, was er darf“, ließt Sattler das Ratsgremium wissen.

Hinzu kam allerdings noch eine zusätzliche Fassadenwerbung, die sämtliche Vorgaben der Gestaltungssatzung überschritt. „Das bin ich nicht gewillt zu genehmigen“, entfuhr es der Bürgermeisterin.

Am Ende der Debatte des  Gemeinderats stand ein Patt. Acht Stimmen für den Antrag, acht Stimmen gegen die Werbeanlage, womit die von der Gemeindeverwaltung vorgeschlagene Genehmigung obsolet ist.

Für den antragstellenden Bauherrn bedeutet dies, er muss seine Wünsche für die Werbebeschriftung des Gebäudes deutlich reduzieren, damit sie der bestehenden Gestaltungssatzung entspricht.

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