Marcus Vallböhmer vor einer Auftragsarbeit, bei der ein Segelschiff das Motiv darstellt. Bild: Hüfner

Altenburg (hüf) „Da muss ein Pinselstrich zu sehen sein“, sagt Marcus Vallböhmer (47), wenn es um seine Bilder geht. Sie zeigen fast schon fotografisch genau viele Motive aus dem Jestetter Raum.

Ob Bahnhof in Altenburg, Rheinfall oder Kloster Rheinau – auf den ersten Blick wirken sie fast wie ein fotografisches Abbild. Aber nur fast. Immer sind es Details, die Vallböhmer heraus arbeitet, in die er sich verliert, ohne das Ganze aus dem Blick zu lassen. „Je größer, je besser“, sagt er zu den gewählten Formaten.

Das Kloster Rheinau ist ein Thema

Die großformatigen Arbeiten sind aber nur ein Ausschnitt aus dem, was er über die Jahre geschaffen hat. „Ich weiß nicht, wann ich den ersten Pinsel in die Hand genommen habe“, erinnert er sich und dass er schon als Kind den Malblock immer mit dabei hatte.

Der Altenburger Bahnhof vor der Schließung. Eine Interpretation von Marcus Vallböhmer, die später als Bühnenbild zu sehen war. Bild: Vallböhmer

1965 kam er in Essen in Nordrhein-Westfalen zur Welt, zwei Jahre später zog die Familie nach Altenburg an den Hochrhein. Er fühlt sich hier daheim, und das ist seinen Bildern anzusehen. Die Motive und Themen, mit denen er sich beschäftigt, findet er vor der Haustüre. „Das Kloster Rheinau wird immer ein Thema von mir sein“, ist ganz beiläufig von ihm zu hören.

Und dann sind da die Bühnenbilder für den „Schnörri-Abend“ der örtlichen Narrenzunft. Seit 1985 sind die allermeisten von ihm gemalt worden. Wie er dazu kam, weiß er nicht mehr so recht und aus den Anfangszeiten ist noch nicht einmal ein Foto in seinen Dokumentationen zu finden.

Broterwerb ist lange nicht die Malerei gewesen

Sowieso stand die Kunstmalerei früher nicht im Vordergrund. Vallböhmer lernte den Beruf des Malers. Der ist durchaus zweideutig. Maler, das sind diejenigen, die Räume und Fassaden streichen, oder jene, die Kunstwerke schaffen.

Der bekennende Altenburger wählte den des Handwerkers und absolvierte eine Lehre  im schweizerischen Beringen. Innenräume und Außenfassaden gehörten fortan  zu seinem Wirkungskreis. Doch er befasste sich mit Marmorimitationen, konnte Holzmaserungen nachahmen. Dann ging es um Wandbilder für Restaurants.

Das Atelier von Marcus Vallböhmer ist in verschiedene Arbeitsplätze aufgeteilt. Hier sitzt er an einem Platz, der Skizzen und Aquarellierungen vorbehalten ist. Bild: Hüfner

Der 47-Jährige entdeckte dabei die Möglichkeiten, die sein erlernter Beruf bot. „Meine Malerei habe ich nicht als Broterwerb gesehen“, lautet sein Urteil in der Rückschau. Aber es gab längst Aufträge und Auftraggeber, die sahen, wo die Stärken des Malers lagen.

Für den Kindergarten „Wunderfitz“ in Altenburg hatte er ein Schild am Gebäude gemalt, in den Feuerwehrgebäuden der Gemeinde (er ist Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Jestetten) sind seine Auftragsarbeiten in den Räumlichkeiten zu sehen, und an einigen Gebäuden im Ort stammt die Fassadenillustration von ihm.

Neue Ideen warten schon

Eine Skulptur als Preis, die Vallböhmer von Malerkollegen verliehen bekam. Bild: Hüfner

2012 wagte er den Schritt in die Selbständigkeit als freiberuflicher Kunst- und Dekorationsmaler. Malerbetriebe, die selbst nicht mehr in der Lage sind, die überlieferten Techniken der Illusionsmalerei umzusetzen, greifen auf sein Können und Wissen zu. Restaurationen an Werken von Berufsvorgängern, die noch Deckengemälde schufen, hat Vallböhmer schon abgeschlossen. Derzeit ist er in Genf dabei, in einem historischen Wohnhaus Marmorimitationen zu malen. Im Sommer wartet auf ihn die Ausstattung der Oper Zürich mit Bühnenbildern.

Im Sommer will er einen Tag des „offenen Ateliers“ in den Räumen in der Dorfstraße 43 in Altenburg anbieten und weitere Ausstellungen sind in Vorbereitung. Dabei steht für ihn fest: „Ich will weiter Zeit für eigene Bilder haben.“

Die Homepage von Marcus Vallböhmer, auf der er sein Schaffen dokumentiert hat: http://www.mv-art.com/

Hier noch eine Bildergalerie des Atelier-Besuchs bei Marcus Vallböhmer

© alle Bilder: Manfred Hüfner

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