Elena Tarasenko vor ihrem Bild. Bild: Brunner

Von Liz Brunner

Bei der Eröffnungsfeier in der Klettgau-Galerie in Grießen werde ich in einem Vorraum empfangen und ein Drink steht auch schon bereit. Kurz darauf wird die Vernissage mit einer Einführung der Kuratorin Katharina Lutter eröffnet. Nachdem ich Bilder der Ausstellung fotografiert habe, beginne ich der jungen lettischen Künstlerin einige Fragen zu stellen.

Frau Tarasenko, wie sieht denn ihr Arbeitsalltag aus?
Elena Tarasenko: Ich arbeite eigentlich wie eine Vollzeitarbeitende jeden Tag mindestens von 10 bis 19 Uhr, zwei Tage nehme ich frei.

Frau Tarasenko, wie wichtig ist es für Sie Erfolg zu haben?
Elena Tarasenko: Erfolg ist schön aber nicht meine Hauptmotivation. Seit ich klein bin, liebe ich die Malerei, nur schon drei Tage ohne und ich vermisse sie.

Frau Tarasenko, haben Sie schon immer diesen fotorealistischen Stil gemalt?
Elena Tarasenko: Nein, ich habe auch eine Ausprobierphase gehabt, wo ich alles versuchte, diverse Stilrichtungen wie Impressionismus, Pointillismus, Surrealismus wie auch unterschiedliche Arten der Malerei wie Aquarellmalerei et cetera.
Dann habe ich auch vier Jahre Restaurierungen gemacht und Kopien von alten Künstlern.

Sunny Jurmala 2008. Bild: Brunner

Ich liebte die Kunstrichtung der neuen Sachlichkeit, die vor allem aus den 1920-er-Jahren stammt. Die neue Sachlichkeit ist vor allem auch eine Darstellung des Alltäglichen und Unspektakulären, meist in Nahsicht. Sie zeigt eine detailgenaue dingliche Darstellung mit einer fast metallisch glatten Oberfläche der gemalten Bilder.

Elena erwähnt, dass Sie auch ein Jahr lang in Portugal gelebt hat, daher wohl auch die Motive mit Menschen am Wasser. Doch auch ihr eigenes Interieur bei sich zuhause hat sie liebevoll als Stilleben gemalt. Am allerliebsten malt sie jedoch Portraits von Freunden oder Menschen, die sie kennt.
Dazu macht sie Fotos, danach skizziert sie. Anfangs mit Kohle, nun mit Ölfarbe. Ihre Art der Gemälde braucht sehr viel Zeit. Sie arbeitet zeitgleich an etwa fünf bis sieben Bildern, da die Schichten immer wieder trocknen müssen, was manchmal bis zu einer Woche dauert. Bis zur Fertigstellung eines Gemäldes kann es zwei bis fünf Monate dauern. Anfangs machte sie alles selber, Grundierung, Rahmen und so weiter, doch inzwischen sind die Formate größer geworden und damit nicht mehr alles selber machbar.

 

My winter in Portugal 2010. Bild: Brunner

Frau Tarasenko: Was außer der Malerei interessiert Sie speziell?
Elena Tarasenko: ja, die Fotografie (aber halt, das geht ja auch ins kreative, meint sie lächelnd), sodann reisen, und dann natürlich Filme, da hole ich mir auch Inspiration. Ich liebe Filme von Woody Allen und Pedro Almodovar.

Frau Tarasenko: welches ist ihr größter Wunsch?
Elena Tarasenko: Dass ich diese meine liebste Beschäftigung, die Malerei, lange fortführen kann. Etwas anderes möchte ich nicht machen.

Frau Tarasenko, danke für das Interview.

 

Stilleben von Elena Tarasenko. Bild: Brunner

Elena Tarasenko: Ausstellung von 7. April bis 5. Juni, Öl auf Leinwand

Klettgau-Galerie
Industriestraße 6
79771 Klettgau-Grießen
Telefon 07742/9228406
www.klettgau-galerie.de

Die Galerie ist immer Mittwoch bis Freitag von 14 bis 18 Uhr, Sonntag von 14 bis 17 Uhr und nach Vereinbarung geöffnet.

 

Eindrücke von der Vernissage:

Blick in den Ausstellungsraum. Bild: Brunner

 

Für den kleinen Hunger zwischendurch. Bild: Brunner

 

Katharina Lutter (links) im Gespräch. Bild: Brunner

 

Empfang zur Vernissage in der Klettgau-Galerie. Bild: Brunner
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