Zeichnung des Jestetter Bildhauers Max Blödt vom nun abgebrannten ehemaligen katholischen Pfarrhaus.

Jestetten (hüf) Der Brand in der Jestetter Kirchstraße hinterlässt nicht nur am über 500 Jahre alten Gemäuer selbst Spuren. Auch Eigentümer Roland Moog ist noch viele Stunden später aufgewühlt. Seit 1838 befand es sich im Familiebesitz und er bekam es von seiner Mutter vererbt. So ist es im Ort als „Haus Stoll“ bekannt.

„Es ist halt baufällig geworden“, erklärt er und dass es unter Denkmalschutz stehe. Beim Denkmalamt sei deshalb bereits ein Abbruch beantragt gewesen. Ein Gutachten hätte ergeben, achtzig Prozent der Bausubstanz wäre kaputt. Seit über vier Monaten stand das Haus bereits leer, wobei „nur Kleinigkeiten drinnen gewesen sind“, so Moog.

Zur Brandursache meint der Besitzer: „Da kann ich wirklich nichts dazu sagen“. Erfahren habe er von dem Brand gegen 22.30 Uhr durch einen Anruf der Polizei aus Waldshut.

Was mit dem Brandobjekt passieren wird, zu dem ein Grundstück mit rund 1 000 Quadratmetern in der Jestetter Ortsmitte gehört, ist für Moog noch völlig offen: „Ich muss jetzt erst mal den Schock verdauen.“ Eine Gebäudeversicherung bestand nicht, so dass er damit rechnet, die Kosten für den Feuerwehreinsatz selbst übernehmen zu müssen. (Laut Auskunft von Jestettens Bürgermeisterin Ira Sattler gehört die Brandbekämpfung zu den Pflichtaufgaben einer Gemeinde und daher werden für  solch einen Löscheinsatz keine Kosten geltend gemacht).

Dass es sich nicht um den ersten Brand auf dem Grundstück handelt, bestätigt Moog. Als das Anwesen noch seiner Mutter gehörte, vor etwa zwölf Jahren, brannte der Ökonomieteil ab.

 

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